Mainhattan Moments
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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Do it youself | Januar 2010
Selbst ist der Mann
von Hank (derhank)

»Alles muss man selber machen! Wozu bestelle ich Handwerker? Pfuscher, das sind …« Kommissar Herbert Holl blinzelt und zupft an seinem Mundschutz. Er kann bei dem Leichengeruch vor Ekel kaum lesen.

»Ist der Text von … IHM?«, mümmelt Johanna Gamrath, die Pathologin, unter ihrer Atemmaske.
»Oder vom Mörder«, antwortet Herbert, dessen Augen ihrem Fingerzeig widerwillig folgen: bestialisch, wie man den Mann hingerichtet hat - in seinem eigenen Hobbykeller, umgeben von Werkzeugkisten, Schraubenboxen, Hobelbänken und Schwingschleifern. Alles, was das Heimwerkerherz begehrt.

Der Tote, Jürgen Ostermann, war bis vor einigen Jahren ein stadtbekannter Architekt, bevor er angeblich in Osteuropa untertauchte. Und nun hat man ihn im Keller seines Reihenhauses gefunden:
Der nach oben gereckte Kopf steckt in einem an der Wand verdübelten Schraubstock, die aufgerissenen Augen starren in einen Kosmetikspiegel, und unter ihm liegt ein Hocker, vermutlich beim Strampeln umgestürzt. Sein Oberkörper baumelt an dem eingeklemmten Schädel, der Hals ist unnatürlich überdehnt und die Beine haben sich verdreht. Eine Werkbank steht dicht vor ihm, sodass das herunterklaffende Kinn die Kante berührt. Auf einem Präzisionsschlitten ist eine leistungsstarke Bohrmaschine montiert, deren langer, feiner Stahlbohrer im ungepflegten, von Blut und Speichel verklebten Bart des Opfers eintaucht und seinen Kopf regelrecht aufspießt.

Herbert schaut wieder in die A4-Kladde, aus der er sich Hinweise auf die Hintergründe der Tat erhofft. Es ist ein Tagebuch, gefüllt mit Erlebnissen, Ideen, Skizzen und Zeichnungen. Der erste Eintrag, eben jener, in dem der Verfasser sich über Handwerker auslässt, ist etwa zehn Jahre alt. Der letzte liegt nur eine Woche zurück und stammt möglicherweise vom Todestag des Mannes. Aber Herbert bevorzugt eine geordnete Ermittlung. Und die beginnt auf Seite eins. Während Johanna mit Gummihandschuhen und zwei Handlangern den Leichnam aus seiner verqueren Lage erlöst, vertieft  ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.01.2010 - 21.42 Uhr
Dieser Text enthält 9889 Zeichen.

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