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Zielgerade | Juni 2010
Wettlauf
von Sabine Barnickel

Gerade eben hatte ich das Ziel noch vor Augen, den Chefsessel im Visier, machte es mir in Gedanken schon darauf bequem.

„Freu dich nicht zu früh, Mann. Du hast es noch nicht geschafft“, warnt mich eine Stimme und treibt mich vorwärts.
„Aber ich bin doch schon auf der Zielgeraden“, murre ich.
„Nur nicht müde werden. Weiter, weiter“, mahnt mich die Stimme. „Sieh doch.“

Kollegen, nein, Konkurrenten, von denen ich glaubte, ich hätte sie längst abgehängt, tauchen aus dem Nichts auf.
„Du musst jetzt noch einmal richtig die Ellenbogen einsetzen, sonst wird das nichts.“
Ellenbogen einsetzen? Na klar, das ist doch schließlich meine Spezialität. Sonst wäre ich nicht so weit gekommen. Aber was ist los? Ich kann sie gar nicht mehr spüren.

Ich ringe nach Fassung, während mich die Anderen überholen und sich viel schneller dem Ziel nähern. Nicht genug, dass ich meine Ellenbogen nicht mehr spüren und somit nicht mehr einsetzen kann, nein, meine Füße verweigern auch noch ihren Dienst. Ich scheine in einem Sumpf festzustecken
„Hallo ihr da vorne, könnt ihr mir vielleicht kurz helfen? Oder zumindest ein bisschen auf mich warten?“
Sie sehen sich nicht einmal nach mir um. Nette Kollegen habe ich da.

Jetzt spurtet auch noch Frau Meier an mir vorbei.
„Die hat echt was drauf. Donnerwetter!“, hatte unser Senior immer gesagt. Im Bett oder was?
„Frau Meier, könnten Sie mir helfen? Ich stecke hier fest.“
Sie dreht sich nur kurz um, zaubert ein Lächeln auf ihr Puppengesicht und sagt:
„Tut mir leid, Herr Sänger, ich bin in Eile, habe keine Zeit. Das müssen Sie jetzt schon selbst geregelt bekommen.“
Schon ist sie wieder unterwegs. Weiter vorne bringt sie den Kollegen Schmidt zu Fall und überholt auch noch den Müller.

Ich sehe an mir herunter, sowie ich hier stehen, zur Bewegungslosigkeit verdammt. Unrat klebt an mir.
„Was soll ich jetzt tun?“, frage ich die Stimme, doch sie bleibt stumm.

Seltsam, ich kann den Chefsessel nicht mehr sehen.

Letzte Aktualisierung: 01.06.2010 - 15.29 Uhr
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