Das alte Buch Mamsell
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Traumfrau/-mann | April 2011
Du gehörst mir
von Asla Kant

Nur ein Traum von mir …?

Ich werde laut in dir …

Du verharrst in Stille und bewegst dich leise. Wenn du zwei Schritte gehst und dich dabei von dir selbst trennst und dich gleichzeitig auf mich zu bewegst, verlierst du mich.

Längst geschehen.

Begreife nichts und verstehe. Erkenne dabei, was nicht existiert und dennoch bleibt. Und schon davor groß gewesen ist. Genieße das Geschenk des Verlustes. So wie damals.

Weit entfernte Nähe, tief verwurzelt.

Du erwartest Hingabe. So wie damals, als du mich still und leise und sanft bevölkert hast.

Wen interessiert das Nichts, das den puren Verlust tarnt und ohne den kleinsten Teil von mir, der gleich einer Welle einschlägt, die nicht ankommt; ohne den kleinsten Teil einer Kraft, die nur mir gehört, ich staune, die ich nicht verlieren werde?

Du schweigst.

Die Nacht in meinem Herzen wird kalt, erträgt den Puls der Ewigkeit nur für einen Augenblick. Ich schreie nicht. Denn du hörst, wie ich mich satt schweige.

Das ist weniger anstrengend, als mit „Viel“ kleiner als Nichts zu sein und anstrengender, als mit „Wenig“ größer als Alles zu werden.

Deine Stille durchdringt mich.


Ich ignoriere die Stimmen aus einem Glas, welches mit meinem Leben gefüllt wird. Gleich einer vergorenen, unbekannten Flüssigkeit tropft es schwer hinein.

Nicht vorher und nicht danach. Jetzt. Noch in diesem Moment zerspringt das Glas.

Du willst nicht wissen, wie sich das anfühlt.

Hör mich schweigen, es ist ganz einfach. Das zersprungene Glas entlässt mich. Das Leben wartet nicht.

Du schlägst und schneidest dich mit mir in Stücke und ich will, dass es aufhört. Ich suche mich. Und habe nur einen Bruchteil finden können. Wen frag ich nur?

Du antwortest nicht.

Gibt es irgendetwas, was verborgen bleibt und sich trotzdem finden lässt, kein Fragezeichen, weil die Antwort Ja ist.


Frischer Wind kommt auf.

Einatmen. Schmecken. Enttäuscht sein.

Schade, der alte Atem, der die Sinne vernebelt und gleichsam beflügelt, grüßt nach Art des Hauses. Will ich mich weiterhin satt schweigen oder gönne ich uns allen eine Pause, kein Fragezeichen, weil die Antwort weniger unbekannt als bekannt ist.

Der Samen des Unteilbaren keimt in mir und stammt von dir.

Mein Verstand verschlingt kalte Vielfalt. Unqualifizierte Berührungen unter allen Umständen. Mit eiserner Faust, Segmenten aus Fleisch, Gesichtern und Augen, die bekannt sind und unerkannt bleiben.

Das Verschlingen schützt nicht, martert mich, ich verrate dich.

In ständiger Bewegung, noch beschnitten von deinen Fesseln und einem Rest, der nicht übrig bleibt, ertrinke ich in Trost, der nicht tröstet. Ich ersticke in deinen Gedanken, die mir weder Luft noch Raum zum Atmen gönnen.


„Ich atme, wenn du bleibst!“

Du. Lügst!


Tief Luft holen, wir müssen atmen!

Erst jetzt begreife ich, wie der eigene Atem schmeckt.

Nicht nur eine mathematische Gleichung, die unbekannt ist, wird mit einem unbestimmten Artikel eingeführt. Einem unbekannten Organismus, einem unbekannten Gegenstand und einem menschlichen Stück Fleisch, welches als solches nicht erkannt wird, in der Folge unerkannt bleibt, also unbekannt ist, widerfährt das Gleiche.

Dein Selbstverständnis, ausgelobt als naturgegebene Befindlichkeit, ist grenzenlos. Und weil es noch nicht einmal richtig begonnen hat und augenblicklich vergeht, weil es sich mit dem alten Atem und dem Glas, randvoll mit meinem Leben, untrennbar verbunden hat, endet es nicht. Zersprungen ist es bereits.


„Du gehörst mir! Schrei dich hungrig, Sehnsucht!“

Das geschieht bereits, während ich mich satt schweige.

Einatmen, bevor es kein Ende nimmt und dennoch aufhört, um fröhlich weiter zu brennen.

Das Zeichnen mehrdimensionaler Schichten, in die eine vergorene, unbekannte Flüssigkeit eindringen kann, ist mir vergönnt.

Du, der du zu allen Zeiten sicher bist, mein kaltes Herz dir zu Füßen liegt, machst Platz.

Du fragst für wen, kein Fragezeichen, weil daraus keine Lösung folgt, weil es dir nicht sinnvoll erscheint. Weil du mich nicht hergeben willst.

Lass mich einfach los!

Gewachsen an dir, voller Lust und Gier, welche du nicht zu hören vermagst, lass ich dich sterben.

Deine Faust erhebt sich. Du verharrst in Stille und bewegst dich gleichsam still und leise. So wie damals, als du mich still und leise und sanft bevölkert hast.

Dort und vorher bin ich weniger und mehr geworden und jetzt verbrennt unser kaltes Herz. Es wärmt alle kalten Hände …

… das tut so gut …

©Asla Kant

Letzte Aktualisierung: 27.04.2011 - 16.24 Uhr
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