Honigfalter
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Fee | Mai 2011
Morgaine
von Gerhard Fritsch

Ruhig trieb der Kahn auf dem See. Ohne Ruder fand er seinen Weg, teilte Schilf und Nebel und steuerte auf die Anlegestelle zu. Aufrecht, aber doch gezeichnet, stand der König auf dem dahintreibenden Boot. Mit beiden Händen umklammerte er den Griff seines Schwertes, auf das er sich stützte. Einmal glaubte er sie zu sehen, und ein hoffnungsfrohes Lächeln legte sich auf sein Gesicht. Doch es war nur ein Trugbild, ein Hauch von Licht und Schatten, ohne Herkunft und ohne Ziel.

Frösche quakten, eine Eule rief, ansonsten herrschte Stille im fahlen Dämmerlicht.

Alleine war der König gekommen, denn nur wenige konnten die Insel betreten, und wenige von diesen wurden je wieder gesehen. Mythen aus vergessenen Tagen umwoben das Eiland und verbargen es vor den Augen der Menschen. Hinter dem Schleier aus stummer Achtung aber war die Welt eine andere: Einklang der Elemente und Kräfte beherrschte das Leben, und ihre Bewohner trugen das Wissen der alten Jahrhunderte in sich.

Der König folgte dem Ruf seines Herzens. Er wollte bei ihr sein. Wenigstens jetzt. Sein ganzes Leben lang fühlte er sich ihr nahe, aber die Gesetze der Menschen hatten verhindert, dass er sie an den Hof holte. Und sie wäre auch nicht gekommen, denn nichts hätte ihr den Verlust ihrer Freiheit aufwiegen können. Aber ihre Gedanken waren stets bei ihm, auch wenn Gwynhwyfer an seiner Seite war. Sie half ihm in vielen Dingen, traf Entscheidungen für ihn, die er für seine eigenen hielt. Nur eines verwehrte sie ihm: das Glück der Liebe zu einer Anderen und die Frucht einer solchen Vereinigung.

Es war die letzte Reise des Königs, eine Reise ohne Wiederkehr. Er war der letzte der Sterblichen, der auf der verborgenen Insel seine Ruhestätte fand. Die Wälder, die Sümpfe, sie, er und der Nebel sind nun eins.

*********

Du hast sie gesehen. Früh morgens, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Tau zum Glitzern bringen; oder abends, wenn Dunst sich über die Landschaft legt. Nur kurz hat sie dir zugelächelt, oder du glaubtest, dass sie es tat. Ihr Blick hat dich flüchtig berührt, weder interessiert noch scheu, doch durchdringend und unnahbar zugleich.

Sehnsucht verfolgt dich seitdem, gleichermaßen am Tag wie in der Nacht. Sehnsucht nach ihr, nach ihrer Gegenwart. Diese Pein wird dich dein ganzes Leben lang begleiten. Denn du hast gesehen, was nicht gesehen werden darf, was nur für die Traumwelt gedacht ist.

Morgaine lebt. Sie scheut die Menge, den Trubel, die Hast. Abseits wandelt sie, friedvoll wie eine Blume als Teil der Natur.
Morgaine lebt.
Ihr Lächeln verrät sie, denn es ist das Lächeln des Verstehens.


*********


A few days ago, I saw the fay.

She floated above the meadow
and her long hair flattered in the evening breeze.

I don't know if she had seen me.
She didn't look over to me,
but I felt her smile in my heart.

So I will come again
to see the fay in the mist of Avalon.

Letzte Aktualisierung: 20.05.2011 - 13.39 Uhr
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