Schreib-Lust Print
Schreib-Lust Print
Unsere Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print bietet die neun besten Geschichten eines jeden Quartals aus unserem Mitmachprojekt. Dazu Kolumnen, Infos, Reportagen und ...
mehr ... ] [ Verlagsprogramm ]
 SIE SIND HIER:   HOME » MITMACH-PROJEKT » SCHREIBAUFGABE » Asla Kant IMPRESSUM
NEWSLETTER
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Jetzt anmelden! ]

UNSERE TOP-SEITEN
1.) Literatur-News-Ticker
2.) Leselust
3.) Forum
4.) Mitmach-Projekt
5.) Schreib-Lust-News 6.) Ausschreibungen 7.) Wettbewerbs-Tipps
Der Psychopath | April 2012
Mach mich satt
von Asla Kant

Weit entfernt …

Warmer Regen aus einem grauen Himmel. Kleine F√ľ√üe an kurzen, gedrungenen Beinen versinken ein St√ľck in feuchter Erde. Augen schlie√üen. Kopf in den Nacken. Mund √∂ffnen. Tropfen auf der Zunge schmecken. Weitergehen. Blumen finden.


Wei√üe Wolken sammeln sich unter einem blauen Himmel. Ein Meer aus gelben Bl√ľten. Weicher Boden. Hinlegen. Blumen riechen. Aufstehen. Kleine H√§nde an kurzen, gedrungenen Armen rei√üen an gr√ľnen St√§ngeln. Augen zu, Kopf nach hinten, Mund auf. Gelbe Blumen schmecken nicht. Schlucken. Weitersuchen. Fliegen finden.


Sterne in einer klaren Nacht. Das Licht einer Laterne in einem Zimmer. Finger an kleinen H√§nden, die √ľber ein Laken reiben, sich an Kissen festhalten, sich am Federkern einer Matratze auslassen. Reiben. Kratzen. Warten. Bis es summt. Bis das Objekt der Begierde die Honigstra√üe gefunden hat, das Summen lauter wird. Vorsichtig zufassen. Erst die Fl√ľgel pfl√ľcken. Augen auf, weit auf und rein in den Mund. Aber auch Fliegen schmecken nicht. Runterschlucken. Weitermachen. Schlafen.


Ich finde, was mir schmeckt.

***


Entfernt …

Ein Hof, ein Haus. R√§ume, Treppen, T√ľren. Flure, die den Klang verst√§rken. Plastikblumen und Porzellanfiguren auf Fensterb√§nken. Bunte Bilder an W√§nden. Buchstaben. Stimmen. Viele kleine, schrille, wenige gro√üe, sanfte. B√ľcher. Eine Hand, nicht mehr gar so klein, die ein St√ľck Kreide festh√§lt, den Druck verst√§rkt, auf eine Tafel schreibt. So lang, so fest, bis das liebliche Ger√§usch beinahe ein Herz zerrei√üt. Nur ein Herz, denn die anderen m√∂gen es nicht.

Seltsame Blicke. Getuschel. Hinsetzen.

Nicht warten, denn auch die kleine Stecknadel am Saum eines Röckchens wartet nicht.

So gefällst du mir nicht. Ich mach dich schön …

Die Nadel bohrt sich tief in ein Bein unter dem Tisch nebenan. Niemand sieht es. Schreie und Tränen. Deine sind es nicht.

Unschuld verbirgt einen verklärten Blick, gestilltes Verlangen und sinnlichen Frieden.

Du hast gefunden, was dir schmeckt.

***


Nah …

Schnee fällt in dichten Flocken aus einer beruhigenden Schwärze. Du schließt die Augen. Legst deinen Kopf in den Nacken. Was deinen Hunger stillt, suchst du längst nicht mehr, es findet dich.

Sehnsucht, Wärme, Schwäche. Empfangen. Mauern durchdringen.

Holz verbrennt in einem Kamin.

Es knistert so schön.

Verstand sch√ľrt das Feuer der Lust. Bestimmend, f√ľhrend, ohne Worte. Dein Gegen√ľber l√§sst sich auf einem Stuhl nieder. Offenbart sich. Nackte Seele.

Du besteigst Körper, Schoß und Stuhl.

Und w√§hrend dir flehender Atem entgegenstr√∂mt, das Flehen sich in Sch√ľben selbst verzehrt, schneidest du.

Mach mich satt nackte Seele ‚Äď Fleisch ‚Ķ


¬©anahtar.похоть.cn.далеко.

Letzte Aktualisierung: 17.04.2012 - 18.17 Uhr
Dieser Text enthšlt 2826 Zeichen.

Druckversion

 LINKTIPPS: Naturwaren Diese Website wird unterstützt von:

www.mswaltrop.de
Copyright © 2006 - 2023 by Schreiblust-Verlag - Alle Rechte vorbehalten.