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Steinzeit | April 2014

Spuren im Sand
von Jolanda Pankow

Die Wellen brandeten an den Strand, das Wasser kam und ging und kam und ging. Sie gab sich dem Geräusch hin und ließ die Tränen fließen, mischte Salz mit Salz. Sie öffnete die Augen und sah ihre nackten Füße im feuchten Sand. Ein nassglänzender dunkelgrauer Stein neben ihrer linken großen Zehe - sie bückte sich und nahm ihn auf. Mit einer kräftigen Bewegung schleuderte sie ihn über das Wasser, er begann sich zu drehen und zwischen zwei Wellenbergen hüpfte er zwei, drei Mal, bevor er im Meer versank. Sie hob den Kopf und heftete ihren Blick auf den Horizont. Entschlossen schritt sie aus. Als das Wasser sie aufnahm, hatten sich ihre Fußstapfen im Sand schon mit Nässe gefüllt. Wenig später waren sie verschwunden. Die Wellen brandeten an den Strand, das Wasser kam und ging und kam und ging.

Letzte Aktualisierung: 27.04.2014 - 06.30 Uhr
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