Honigfalter
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Verdorben | November 2014
Herz aus Eis
von Susanne Buchter

Liebe. Was bedeutet Liebe ĂŒberhaupt? Liebe ist und bleibt dieses Kribbeln im Bauch, wenn du IHN siehst oder auch nur an IHN denkst. Wenn er dich zum Lachen bringt, obwohl du am liebsten weinen wĂŒrdest, wenn er dich hĂ€lt, weil du kurz davor bist zu fallen. Diese ganze Liebe ist . . . -SprĂŒche, sie sind wahr! Es gibt so viele verschiedene Bedeutungen und fĂŒr jeden ist es doch das Gleiche. Liebe ist etwas Wunderschönes und doch wird sie immer wieder missbraucht. Man sieht sie an jeder Ecke. Verliebte Paare. Man sieht, wie sie flirten, wie sie knutschen oder sich einfach nur in den Armen halten. Man sieht diesen Moment der Liebe, aber eben auch nur diesen Moment. Denn was danach passiert, was hinter diesen Momenten steckt, das wissen wir nicht und die betroffenen meistens selbst auch nicht. Es gibt diese Paare, die erzĂ€hlen sich alles, sind fĂŒreinander da und lieben sich wirklich! Aber dann gibt es diese Paare, die alles vorspielen, die einfach nur cool sein wollen und mit ihrem „Freund“ oder „Freundin“ angeben können. Und genau diese Menschen sind das Letzte. Sie sind innerlich verdorben und widerlich, doch von außen sieht man das nicht. Ich zum Beispiel erlebe es jeden Tag wieder aufs Neue. Nicht, weil ich etwa eine von den widerlichen Menschen bin. Nein, aber meine Freundin. Ich habe sie echt lieb und sie kann auch super nett sein, aber ganz tief drin ist sie genauso, wie die anderen. Will immer cool sein und muss alles haben. Wenn sie etwas nicht kriegt dann lauft. Lauft so schnell ihr könnt, denn so einen Sturm ĂŒberlebt man nur schwer. Seit neustens hat auch sie einen „Freund“, wie sie mir voller Selbstachtung erzĂ€hlt hat, doch das war nicht das, auf das sie stolz war. Sie war stolz darauf einem anderen MĂ€dchen ihn ausgespannt zu haben. Sie fĂŒhlte sich toll, weil er sie genommen hat und nicht die andere. Und ab da machte ich mir Gedanken ĂŒber die ganze Sache. Klar, eigentlich ging mich das nichts an, aber sie war meine Freundin, also musste ich ja irgendetwas tun und als ich sie dann auch noch mit einem anderen gesehen hatte war rum mit lustig. Ich sprach sie gleich darauf an, doch sie reagierte nur abweisend, teils sogar gar nicht. In den nĂ€chsten paar Tagen machte sie, ich wĂŒrde ja sagen eine riesen Verwandlung durch, aber das wĂŒrde nicht stimmen, denn nur ihr wahres Ich kam zum Vorschein. Immer hĂ€ufiger kam sie zu mir, aber nicht um mit ihr ĂŒber irgendetwas Lustiges zu reden. Nein, um ĂŒber ihre vielen Liebhaber zu sprechen und selbst die Jungs in meiner Klasse hatte sie komplett den Kopf verdreht. Als sie dann merkte, dass ich sie nicht dafĂŒr vergötterte suchte sie sich andere Freundinnen, die ihr hinterherliefen, wie SchoßhĂŒndchen. Mit einer von ihnen war ich auch befreundet und sagte zu ihr, sie solle sich nicht immer so schlecht behandeln lassen, aber auch sie wollte nicht auf mich hören und ließ sich mitziehen. Auf der einen Seite tat es verdammt weh eine so gute Freundin zu verlieren, aber dann rief ich mir wieder ins GedĂ€chtnis, dass sie wahrscheinlich schon immer so war und es nur jetzt erst raus ließ. Mittlerweile hatte sie mehr „Verehrer“, als das sie abzĂ€hlen könnte. Von jedem von ihnen bekam sie eine rote Rose und jede davon stellte sie bei sich daheim in eine Vase auf ihren Schreibtisch im Zimmer. FrĂŒher standen wir immer auf der gegenĂŒberliegenden Straßenseite und beobachteten, wie ihre Mutter ihr Zimmer aufrĂ€umte, wĂ€hrend wir draußen rumtollten. Auch heute stand ich da, aber allein. Sie stand in ihrem Zimmer, ein weiterer Liebhaber vor ihr, der eine Rose in der Hand hielt. Mein Blick glitt weiter von ihr zu der Vase, in der die HĂ€lfte der Rosen schon ausgetrocknet waren. Mein Blick glitt zurĂŒck und als ich sah, wie sie die Rose auf ihr Bett legte und anfing ihn auszuziehen, wandte ich den Kopf ab und lief davon. Verdorben. Das war es was sie war.

Letzte Aktualisierung: 14.11.2014 - 09.28 Uhr
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