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E-Book-Markt: Der Duft des Geldes 08.02.2010
Die Situation in den USA scheint verfahren: Während Händler und Verlage ihr Tauziehen um die Preishoheit fortsetzen, scheren erste Autoren aus und vermarkten die digitalen Rechte an ihren Werken selbst. Gehen da nur einige wenige bis zum Äußersten – oder wird aus der Ausnahme bald (weltweit) die Regel?

Wer zieht die meisten Käufer an – und wer verdient künftig wie viel? Über kaum etwas wird international derzeit so intensiv diskutiert. Die Auslöser der Debatte sind schnell gefunden: Amazon und Apple.

Dass der E-Book-Markt immens unter Druck steht, zeigt sich vor allem bei Amazon: Der Online-Händler aus Seattle will nicht nur sein Erlösmodell anpassen, sondern lässt derzeit offenbar auch nichts unversucht, um Autoren direkt an sich zu binden – und ihre Titel als E-Books exklusiv im Kindle-Store anbieten zu können.

Paulo Coelho ist sich mit dem US-Händler bereits handelseinig geworden (17 E-Books im portugiesischen Original), Exklusiv-Verträge gibt es zudem mit dem Non-Profit-Verlag Harvard Business Publishing, dem US-Autor Stephen Covey – und, Medienberichten zufolge, auch mit dem britischen Bestsellerautor Ian McEwan.

Macht das Schule? Kaum. Angesichts der aktuellen Entwicklungen dürfte die Neigung zur Selbstvermarktung bei Autoren eher wieder abnehmen – gemäß der Grundregel: Je stärker die Position der Verlage ist, umso besser stehen auch Autoren da.

Macmillan (Holtzbrinck) hat sich gegenüber Amazon jetzt durchgesetzt; die Preise für E-Books sind nach oben korrigiert worden. Allerorten ist tosender Applaus zu hören, auch Literaturagenten jubeln. Der Dammbruch scheint geschafft: Die Association of Authors’ Representatives geht laut „Publishers Weekly“ bereits davon aus, das andere Verlage nachziehen.

Dass Macmillan Erfolg gehabt habe, sei eine grandiose Sache, zitiert das Fachmagazin zudem den New Yorker Agenten Richard Curtis. Endlich würden wieder Verlage die Kontrolle über die Preise übernehmen. „Agenten riechen jetzt den Duft des Geldes“, meint er, und sie würden nicht eher ruhen, bis sie ihr Ziel ebenfalls erreicht hätten: Verlage dazu zu bringen, ihre Autoren mit 50 Prozent am Erlös zu beteiligen (im digitalen Geschäft); bisher liegt die Messlatte bei 20 Prozent.

Was sich daraus ableiten lässt? Noch haben Amazon & Co. schlechte Karten, wenn es um Exklusivverwertung von digitalen Rechten geht – und das bei Autoren genauso wie bei Agenten: Ihnen geht es nicht darum, die traditionelle Verwertungskette zu torpedieren und direkt mit Händlern ins Geschäft zu kommen. Sie wollen lediglich höhere Tantiemen sehen...

Im deutschen Sprachraum mahlen die Mühlen bekanntermaßen langsamer als in den USA. Nach Auskunft von Agenten erhalten Autoren derzeit im Schnitt ebenfalls 20 Prozent der E-Book-Erlöse; ihre Neigung zur Selbstvermarktung sei gering, heißt es.

„Ein Verlag sollte die buchnahen Rechte haben, die für eine Auswertung der Substanz sinnvollerweise in einer Hand sind – dazu gehören auch die digitalen Rechte“, betont etwa Ernst Piper, Mitinhaber von Piper & Poppenhusen in Berlin. „Wir haben kein Interesse daran, über jedes Recht mit einem anderen Verwerter zu verhandeln.“

Spuren hinterlassen die Marktverwerfungen in den USA aber auch hier: Ab sofort will die Zürcher Agentur Paul & Peter Fritz, mit der Piper eng zusammenarbeitet, die Konditionen für die digitalen Rechte nicht mehr für 36, sondern nur noch für zwölf Monate fixieren. „Der Markt ist momentan sehr in Bewegung“, erklärt Piper die Entscheidung. Es sei gut möglich, dass schon in einem Jahr auch hierzulande neue Erkenntnisse in puncto angemessene Vergütung greifen würden. „Darauf wollen wir vorbereitet sein.“

Fazit: Verlage und Agenten treffen sich künftig häufiger – und verhandeln härter denn je.

tw

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