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„Noch eine Messerspitze Gelb, bitte!“ 18.07.2011
Schwarze Kunst in digitalen Zeiten: Seit 20 Jahren bringt Armin Abmeier die originalgraphischen „Tollen Hefte“ heraus. In der alten Buchstadt Leipzig läuft eben die Jubiläumsnummer durch die Maschine.

Herrje, wie die Zeit vergeht! Ist es wirklich schon 20 Jahre her, dass – damals noch auf einer kleinen Einfarb-Maschine bei Maro in Augsburg gedruckt – das erste „Tolle Heft“ erschien? 15 dieser als Original-Flachdruckgrafik produzierten, fadengehefteten und unglaublich gut duftenden Schätzchen entstanden bis 2000; ab Heft 16 übernahm die Büchergilde Gutenberg. Die Jäger & Sammler blieben bei der Stange, gerade einmal zehn der seither entstandenen Hefte sind heute noch lieferbar. Für die Jubiläums-Nummer 36, deren Bögen eben in der Leipziger Druckerei Hensel durch die Maschine rattern, hat sich Herausgeber Armin Abmeier etwas Besonderes ausgedacht: 20 seiner Lieblingssätze, gehörte und gelesene, witzige und rätselhafte, hat er von den Künstlerinnen und Künstlern der bisher erschienenen 35 Hefte illustrieren lassen. Manchmal sind es auch zwei Sätze, wie die vom guten, alten Marx, die Abmeier den ganzen heißen Sommer 1995 auf einem T-Shirt mit sich herumtrug. Groucho, versteht sich, nicht Karl: „Outside of a dog, a book is a man’s best friend. Inside of a dog it’s too dark to read.“ Alle sind sie dabei, von Axel Scheffler, Wolf Erlbruch und Blexbolex bis zu Rotraut Susanne Berner, Anke Feuchtenberger, Yvonne Kuschel oder Thomas M. Müller, der das Kleinod diesmal gestaltete.

„Charakter ist nur Eigensinn“ heißt es, und auf die kleine Druckerei von Jörg Hensel in einem Hinterhof der Leipziger Südvorstadt trifft diese Formulierung unbedingt zu. Die Grafikerin Franziska Neubert war es, die ihre erklärte „Lieblingsdruckerei“ im letzten Herbst für die Produktion der von ihr illustrierten „Erzählung mit einem tiefen Wasser“ von Julio Cortázar (Heft 34) ins Spiel brachte. Hensel verzichtete auf Industriefarben und zauberte ein so sattes, pigmentreiches Blau, dass die Juroren der Stiftung Buchkunst gar nicht anders konnten, als dieses „Tolle Heft“, wie zuvor schon manch anderes, auf die Shortlist der „Schönsten deutschen Bücher“ zu setzen. Hensel druckt auf einer Zweifarbmaschine – was es den Künstlern ermöglicht, noch während des Druckprozesses kleine Farbkorrekturen vorzunehmen. „Heutzutage geht der Trend ja immer mehr zur Industrialisierung, zu hoch automatisierten Prozessen“, sagt Jörg Hensel. „Bei uns ist das handgemacht, da kann der Drucker noch eingreifen. Diese Individualität macht den Unterschied.“ Nebenan beugen sich Müller und Abmeier über die Andrucke - und bitten, die Rottöne sollen wärmer werden, um „eine Messespitze Gelb“. Hier wird nicht nach Norm gedruckt – sondern einfach: schön, eigensinnig und mit Charakter. So kann es, wenn Abmeier die Ideen und Künstler nicht ausgehen, noch 20 Jahre weiter gehen.

[...]


Text: nk

Bilder gibt es im zweiten Link[RL]

Quelle: Börsenblatt online

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