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Presseschau: Heinrich Böll, Polens Literaturszene 12.12.2007
"Mehr als ein Dichter" - Uwe Wittstock schreibt in der WELT über Heinrich Böll, der am 21. Dezember 90 Jahre alt geworden wäre. Ebenfalls Thema: die Literaturszene in Polen.

"Mehr als ein Dichter" - Uwe Wittstock schreibt in der "Welt" über Heinrich Böll:

Schwimmt Böll noch? Oder ist er, der überlebensgroße, der immer umstrittene, der nobelpreisgekrönte Schriftsteller der frühen Bundesrepublik inzwischen in den Fluten des Vergessens versunken? Fragen wie diese sind nicht zuletzt deshalb so beliebt im Kulturbetrieb, weil sich über sie schier unbegrenzt spekulieren lässt. Man kann auf sie aber auch eine sachlich-knappe Antwort geben. Helge Malchow, der Chef des Böll-Verlages Kiepenheuer & Witsch tat das während der unfeierlichen und damit ihrem Thema sehr angemessenen Gedenkveranstaltung "Wo ist Böll?" im Kölner Stadttheater. Ein zweiter Böll-Abend in Hamburger Literaturhaus wird sich ähnlichen Fragen stellen. Noch heute werden, so rechnete Malchow vor, nimmt man Taschenbücher und Hardcover, große Editionen und Einzelausgaben, ehemalige Bestseller oder fast unbekannt gebliebene Nebenwerke zusammen allein in deutscher Sprache Jahr für Jahr mehr als 100 000 Böll-Bücher verkauft. Kurz, Böll schwimmt. Vom Versinken im Vergessen kann keine Rede sein. Was die Spekulation naturgemäß nicht beendet, sondern lediglich mit neuem Treibstoff versorgt. Denn nun stellt sich zwangsläufig die Frage, womit Bölls Werk die Herzen, Gedanken, Sehnsüchte eines Publikums beschäftigt, das heute in einem Land lebt, in dem man das Land Bölls nicht sofort wieder erkennt - ein Deutschland, das noch unüberwindlich in Ost und West geteilt zu sein schien, in dem die Terroristen noch den Kommunismus, nicht den Gottesstaat herbeizubomben versuchten, in dem weder Computer auf allen Schreibtischen standen noch Telefone in allen Taschen steckten, das weder Internet noch Privatfernsehen kannte, in dem Begriffe wie Globalisierung oder demografische Katastrophe auf Unverständnis getroffen wären.

"Hereinbrechende Ränder" - die NZZ beleuchtet die polnische Literaturszene:

Die innenpolitischen Vorstösse der abgewählten rechtskonservativen Regierung Kaczynski haben vor allem zwei soziale Gruppen in Polen aktiviert: die Frauen und die Schwulen. Die Ersten folgten dem Aufruf der ersten Skandalautorin des Landes, gründeten eine Frauenpartei und zogen in den Wahlkampf, die Zweiten wurden durch die literarischen Erfolge von drei homosexuellen Schriftstellern salonfähig gemacht. ... Genauso wie die meisten Schriftstellerinnen der Frauenbewegung fernbleiben, setzen sich auch die schwulen Autoren kaum direkt für die Belange ihrer «Schwestern» ein. Sie müssen es allerdings nicht tun – mit ihren Büchern und dadurch, dass sie sich öffentlich als Homosexuelle outen, leisten sie ohnehin den wichtigsten Beitrag. Und ein Engagement ist in diesem Fall allemal nötig. Die von der abgewählten Kaczynski-Regierung geschürte Intoleranz gegenüber allen Andersartigen wurde zwar immer wieder kritisiert, im Falle der Homosexuellen stiess sie aber doch oft auf fruchtbaren Boden. Erst vor kurzem ergab eine Umfrage, dass 84 Prozent der Befragten sich einen schwulen Politiker an der Spitze des polnischen Staates nicht vorstellen könnten. Und dass die katholische Monatsschrift «Znak» (Zeichen) das Hauptthema ihres November-Hefts mit «Der Homosexuelle – mein Nächster» überschrieben hat, wird auch kein Zufall gewesen sein.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net
www.welt.de/welt_print/article1449545/Mehr_als_ein_Dichter.html
www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/hereinbrechende_raender_1.597111.html

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