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Meinung: Das Gedrucktsein wird bald zum Statement an sich 03.01.2010
Das gedruckte Buch verschwindet? Von wegen – sagt Gestalter Rainer Groothuis.

Welch ein Jahr, welch ein Rauschen im Blätterwald, welch Getöse und Abgesang auf das gedruckte Buch – ob »Zeit«, »Süddeutsche«, »FAZ« oder »Spiegel«: Derart überschlagen hat man sich selten, kurzfristig einen Hype und seine Konsequenzen herbeizuschreiben. Da wurde die »Gutenberg-Ära« fix beerdigt – und mit ihr gleich die ganze Buchbranche: »Kein Grund zur Trauer«, schrieb die »Zeit« über eine Zukunft, in der es keine Buchhandlungen und Verlage mehr braucht; über jene güldne neue Digitalwelt, deren Vorreiter der E-Book-Reader sei.
Als würde das gedruckte Buch nach 500 Jahren Kulturgeschichte mal eben aus den Mitten der Gesellschaft verschwinden, und jene Unternehmen, die mit ihm Handel treiben, gleich mit ihm, haste nicht gesehen.
Tatsächlich bröseln die E-Book-Reader in den Regalen, zerrieben zwischen Handy und Laptop. Ganze 10 000 Geräte und 65 000 Downloads seien seit dem Frühjahr verkauft, meldete der »Spiegel« Mitte Oktober. Da hat sich die Aufregung ja so richtig gelohnt, denkt man und neigt zum Übergang zur Tagesordnung.
Doch erreicht die Digitalisierung nach Bild und Musik unausweichlich auch den Text, die Literatur und das Buch in all seinen Formen, Facetten, Vielfältigkeiten. Um die Zukunft des stationären Buchhandels, der an den mit Digitalisiertem gemachten Umsätzen kaum partizipieren wird, muss man sich allerdings Gedanken machen. Google treibt’s voran.
Aber kurzfristige Sorgen um »das« Buch? Gemach, gemach – vor dem Ende wird’s noch mal so richtig schön:
Das digitale wird das gedruckte Buch be-, aber nicht verdrängen. Es wird zunächst als weitere Vertriebs-, als neue Angebotsform neben das Hardcover und die Broschur treten. Viele Bücher beliebigen Inhalts werden auf längere Sicht nur noch digital erscheinen – und das ist gut so. Denn je mehr des Austauschbaren und Minderrelevanten im Digitalen verschwindet, desto größer wird die Aufmerksamkeit für das verbleibende Dingliche. Und genauso wie sich heute in der Musik gerade die qualitätsorientierten Einspielungen, insbesondere aus Jazz und Klassik, verbunden mit schönen und aufwendigen (Verpackungs-)Ideen gegen den Download behaupten, wie die Vinylscheibe eine Renaissance erlebt, so wird es morgen und übermorgen das gedruckte Buch geben.
In der güldnen neuen Digitalwelt wird das Gedrucktsein irgendwann, bald, zum Statement an sich: Druck wird »Exzeptioneller Inhalt!« signalisieren. Dieses Versprechen von exzeptionellem Inhalt will der Kunde dann auch in und am Produkt, seiner Form und Ausstattung, seiner Gestaltung und Anmutung erleben. Spontan, wo auch immer er dem Buch begegnen mag.
Insofern kann die aufziehende Digitalisierung kein Argument sein, am gedruckten Buch und der Qualität seiner Ausstattung zu sparen – im Gegenteil: Wer meint, das Besondere zu bieten, wird dies fürderhin deutlicher, einfallsreicher und, ja auch aufwendiger zeigen müssen.
Wie lang der Übergang dauern wird, wissen wir nicht. Doch dieser Übergang – bevor das uns heute geläufige Buch endgültig in einer Vitrine der Geschichte enden mag – wird noch mal eine richtig gute Zeit werden für Ideen, eine gute Zeit für das gedruckte schöne, dingliche Buch.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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