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Ullstein-Verlegerin: "Helene Hegemann hat ein beeindruckendes Buch geschrieben" 15.02.2010
Im Fall Hegemann meldet sich nun noch einmal Ullstein-Verlegerin Siv Bublitz zu Wort. In einer Mitteilung heißt es: "Wie bereits angekündigt, hat der Ullstein Verlag nun nachträglich Abdruckgenehmigungen für bislang nicht genannte Quellen des Romans „Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann eingeholt."

Hier die Mitteilung im Wortaut:

"Ein entspre­chendes Quellenverzeichnis wird der nächsten Auflage beigefügt. Allen Rechteinhabern, insbesondere dem SuKuLTur Verlag und seinem Autor Airen, danke ich für die faire und schnelle Reaktion auf unsere Anfrage. Dafür, dass diese Anfrage erst so spät erfolgte, möchten wir uns bei ihnen und bei den Lesern entschuldigen.

Die Quellen nicht schon in der ersten Auflage des Buches zu nennen, war ein Versäumnis, das Verlag und Autorin bedauern. Deshalb den gesamten Roman unter den Generalverdacht des Plagiats zu stellen und seinen literarischen Wert zu bestreiten, halte ich jedoch für völlig inakzeptabel. Helene Hegemann hat ein beeindruckendes Buch geschrieben, das von zahlreichen Rezensenten und Lesern mit guten Gründen gewürdigt wurde. Dass die Autorin jung ist, gibt niemandem das Recht, ihr die Selbstbestimmtheit als Schriftstellerin abzusprechen. Anhand dieses Buches werden mittlerweile Fragen verhandelt, die mit dem Text nichts mehr zu tun haben und ihn auch gar nicht in Betracht ziehen.

In den vergangenen Tagen wurde viel über die Motive des Ullstein Verlages spekuliert, diesen Roman zu veröffentlichen. Ich selbst habe den Grund dafür häufig genannt, auch öffentlich und bereits bevor das Buch ein Erfolg wurde: Es ist einer der besten und ungewöhnlichsten Texte, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Dass viele Kritiker diese Ansicht teilen, hat mich gefreut. Dass viele Menschen den Roman lesen wollen, auch. Leser für gute Bücher zu finden, ist in meinen Augen die wichtigste Aufgabe eines Verlages. Doch lässt sich eine so vielstimmige Begeisterung wie für „Axolotl Roadkill“ nicht vorhersagen oder gar inszenieren. Unsere Vermittlung bestand in seriöser Pressearbeit, einem Trailer für das Buch im Internet und einigen Anzeigen. Eine Buchpräsentation folgt erst noch.

Die öffentliche Aufmerksamkeit, die einem Roman zuteil wird, ist weder ein Argument für seine Qualität noch dagegen. „Axolotl Roadkill“ ist ein gutes Buch, und es spricht für sich."

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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