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Boualem Sansal erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011 10.06.2011
Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Das gibt Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, heute zur Eröffnung der Buchtage Berlin 2011 bekannt.

„Mit der diesjährigen Wahl des Friedenspreisträgers will der Börsenverein ein Zeichen setzen für die Demokratiebewegung in Nordafrika“, so Honnefelder. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 16. Oktober 2011, in der Paulskirche statt und wird live im ZDF übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2011 Boualem Sansal und ehrt damit den algerischen Schriftsteller, der als leidenschaftlicher Erzähler, geistreich und mitfühlend, die Begegnung der Kulturen in Respekt und wechselseitigem Verstehen befördert. Boualem Sansal gehört zu den wenigen in Algerien verbliebenen Intellektuellen, die offen Kritik an den politischen und sozialen Verhältnissen üben. Mit seinem hartnäckigen Plädoyer für das freie Wort und den öffentlichen Dialog in einer demokratischen Gesellschaft tritt er gegen jede Form von doktrinärer Verblendung, Terror und politischer Willkür auf. Dabei richtet sich sein Blick nicht nur auf die Heimat, sondern auf die ganze heutige Welt.“

Boualem Sansal, geboren am 15. Oktober 1949 in dem algerischen Bergdorf Teniet el-Had, wächst im Arbeiterviertel Belcourt von Algier auf. Nach seiner Promotion in industrieller Ökonomie übernimmt er 1986 den Posten des Generaldirektors einer Consulting-Firma, wird 1992 wird er zum Berater des Handelsministeriums berufen und 1996 zum Generaldirektor im Ministerium für Industrie und Umstrukturierung ernannt.

Unter dem Eindruck der Ermordung des algerischen Präsidenten Boudiaf im Jahr 1992 und der politischen Realität des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes beginnt er 1996 mit seinem ersten Roman »Der Schwur der Barbaren« (dt. 2003), der 1999 vom französischen Verlag Gallimard veröffentlicht wird. Die in der Geschichte offen geäußerte Kritik an der politischen Situation in Algerien veranlasst seinen Verlag, ihm zu raten, den Roman unter Pseudonym zu veröffentlichen, was Sansal jedoch ablehnt. Mit der Veröffentlichung des Romans in Algerien wird er von seiner Arbeit im Ministerium beurlaubt.

Nach zwei weiteren Romanen erscheint 2003 das »Journal intime et politique«, das Boualem Sansal zusammen mit vier weiteren algerischen Schriftstellern als politisches Tagebuch über die Situation Algeriens 40 Jahre nach seiner Unabhängigkeit führt. Wegen seiner kritischen Äußerungen über den algerischen Präsidenten Bouteflika wird er endgültig aus dem Staatsdienst entlassen. 2006 veröffentlicht Sansal einen offenen Brief an seine Landsleute. Unter dem Titel »Postlagernd: Algier. Zorniger und hoffnungsvoller Brief an meine Landsleute« (dt. 2008) fordert er, über den algerischen Kontext hinaus, eine wahrhaftige Demokratie, in der die Vision einer aufgeklärten Weltbevölkerung Gestalt annehmen könnte. Nach der Veröffentlichung werden Sansals sämtliche Bücher in Algerien auf den Index gesetzt. Trotz des wachsenden politischen Drucks entscheidet er sich, in seinem Heimatland zu bleiben. Sein jüngster Roman »Das Dorf des Deutschen« (2008; dt. 2009) wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und erscheint erstmals neben Französisch und Deutsch auch in anderen Sprachen.

Für seine Romane erhält Boualem Sansal neben dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2011) zahlreiche Auszeichnungen: Médaille d’honneur de la LICRA, la ligue internationale contre le racisme et l’antisémitisme (2009), Prix Edouard Glissant (2009), Prix Louis-Guilloux (2008), Grand Prix du roman de la Société des gens de lettres (2008), Grand Prix RTL-Lire (2008), Grand Prix de la Francophonie de l’Académie Royale de Belgique (2008), Prix Michel Dard (2001), Prix Tropiques (1999), Prix du Premier Roman (1999) und weitere Preise.

Boualem Sansal lebt heute im Küstenort Bourmerdès, in der Nähe von Algier. Nach einer ersten Ehe mit einer Tschechin, mit der er zwei Töchter hat, ist er seit 1986 mit einer Algerierin verheiratet.

Quelle: Börsenblatt online

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