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Klasse macht Kasse 01.07.2011
Die Krimiproduktion läuft nach wie vor auf hohen Touren, aber das Spektrum verändert sich: In den Programmen der Verlage nimmt der Anteil deutschsprachiger Autoren deutlich zu, und der Regionalkrimi boomt – bis zum nächsten Trend. Eine Analyse.

Spannungsliteratur hat Konjunktur: mehr als ein Viertel der gesamten Belletristikproduktion der deutschen Verlage sind Krimis, Thriller oder Mischformen, die auch Elemente aus Science-Fiction und Fantasy enthalten können. Die Tendenz ist insgesamt gleichbleibend, auch wenn es laut „Buch und Buchhandel in Zahlen“ für das vergangene Jahr einen leichten prozentualen Rückgang zu verzeichnen gibt (2010: 27 Prozent; 2009: 28,3 Prozent).

Schaut man sich die Titelproduktion in den größeren Verlagen an, so gibt es durchaus Unterschiede. Nicht überall ist der Anteil des Spannungssegments gleich hoch, und die Zahl der Neuerscheinungen ist nicht gleichmäßig über alle Ausgabeformen (Hardcover, Paperback, Flexcover, Taschenbuch) verteilt. Standard ist inzwischen – meist bei großen Verlagshäusern, aber auch bei kleineren Verlagen wie Gmeiner – dass Krimi- und Thrillernovitäten parallel als E-Book herauskommen. Einschränkungen gibt es bei Übersetzungen, wenn das erworbene Lizenzpaket nicht die Ausgabe als elektronisches Buch umfasst.

Während die Zahl der Novitäten auf hohem Niveau bleibt, wird das Spektrum der Krimireihen breiter und die Genredifferenzierung immer größer. Beispiele sind die neue Reihe Polaris von Rowohlt, die Internationalisierung des Regional-krimis (Luxemburg, Bretagne, Mallorca etc.) und die immer aus-gefallenere Spezialisierung (Wein-, Kaffeehaus-, Schrebergarten-, Wilhelm-Busch-, Gänse-Krimi).

Der Anteil des Spannungssegments ist in einigen Verlagshäusern traditionell hoch (bei Heyne etwa rund 50 Prozent, bei den anderen Random-House-Verlagen meist niedriger), in anderen, die ihren Schwerpunkt traditionell auf literarische Werke legen, ist er etwas geringer (Kiepenheuer & Witsch: rund zehn Prozent; Aufbau / Rütten & Loening, Diogenes, Eichborn, Galiani, Zsolnay und Deuticke; DuMont; Suhrkamp, Beck: eher einzelne Titel ausgewählter Autoren). Mehr als ein Viertel der Produktion machen Krimis und Thriller bei den meisten größeren Publikumsverlagen aus: Bei dtv sind es rund 30 Prozent, im Rowohlt Taschenbuch Verlag ebenfalls 30 Prozent (seit 2010 unverändert), im neu gegründeten Imprint Rowohlt Polaris ein Drittel, bei Droemer Knaur sind es 36 Prozent (alle Aktionsausgaben, Lizenzen und Übernahmen aus dem Hardcover-Programm mitgerechnet); bei Lübbe liegt der Anteil im Hardcover bei 30 Prozent, im Taschenbuch zwischen 40 und 50 Prozent. Ähnlich hoch ist die Quote bei Piper und seinen Imprints: Im Taschenbuch Belletristik sind rund 40 Prozent Spannungstitel, im Hardcover bei Piper und Pendo zwischen zehn und 15 Prozent, wie Pressechefin Eva Brenndörfer mitteilt.

Bei den Fischer Verlagen liegt der Anteil über alle Imprints gerechnet bei zwölf Prozent, wobei unter dem Namen Fischer eher Grenzgänger des Genres erscheinen, wie Lektorin Julia Schade sagt. Ein Beispiel ist Jan Wallenthins Thriller „Strindbergs Erben“, der bei Fischer verlegt wird (dessen Cover allerdings auf die berühmte Bildmarke, das Fischernetz, verzichtet). Bei Scherz, Krüger und dem Young-Age-Label FJB hingegen ist der Anteil der Spannungsromane wesentlich höher.

Die meisten Verlage bestätigen einen Trend, der sich beim Durchblättern der Vorschauen beobachten lässt: Die Zahl der deutschsprachigen Krimi-veröffentlichungen nimmt seit einigen Jahren zu – nach Meinung einiger Lektoren deshalb, weil sich im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Raum in Deutschland bei Spannungsliteratur mehr tut. „Wir finden auf dem deutschen Markt zunehmend tolle Autoren und Substanzen, während die Entwicklung auf dem englischsprachigen Markt im Moment gegenläufig ist“, meint etwa Julia Schade. Angefangen habe diese Entwicklung mit Frank Schätzings Ökothriller „Der Schwarm“.

Bei dtv stammen inzwischen 30 Prozent der Krimis von deutschsprachigen Autoren, sagt Presseleiterin Petra Büscher. Marcus Gaertner, Programmleiter Rowohlt Taschenbuch, bestätigt die Aufwärtsentwicklung: „Es werden mehr erfolgversprechende Texte angeboten, und wir haben in der jüngeren Vergangenheit auch mehr deutsche Spannungsautoren eingekauft und auf hervorgehobenen Programmplätzen untergebracht.“

Beispiele aus anderen Verlagen sind auch international erfolgreiche Autoren wie Wulf Dorn oder Stephanie Fey („Die Gesichtslosen“; beide Heyne), Judith Merchant, Petra Busch, Wolfram Fleischhauer (alle Droemer Knaur) und Nele Neuhaus (Ullstein, List). Bei Kiepenheuer & Witsch sei es sogar die Regel, dass fast nur deutschsprachige Krimiautoren verlegt werden, so Pressesprecherin Gaby Fähndrich.

Zum deutschsprachigen Boom beigetragen haben dürfte der regional verwurzelte Krimi – in all seinen Spielarten (historischer Regionalkrimi, „Provinzkrimi“, Lokalkrimi etc.), und häufig ohne den direkten Bezug auf das Subgenre. Größere wie kleinere Publikumsverlage – zum Beispiel Emons, Grafit, Gmeiner, KBV, Pendragon, Piper, Schardt, Solibro oder der Leinpfad Verlag – haben in den vergangenen Jahren Autoren aufgebaut, die heute eine große Leserschaft haben.

Dennoch sollte kein Verlag blind auf den Regional-Hype vertrauen, warnt Heyne-Programmleiter Markus Naegele: „Allein der Hinweis auf einen regional angesiedelten Krimi wird auf Dauer nicht reichen. Und wie bei jedem Trend werden die späten Kopierer das Nachsehen haben.“ Auf Dauer würden nur Originalität und gute Storys das -Rennen machen.

Bei der Vermarktung der Regionalkrimis zeigt sich ein weiterer Unterschied zu allgemeinen Krimis und Thrillern: Sie würden meist als Taschenbuch produziert, so Grusche Juncker, Programmleiterin Rowohlt Polaris. Skurrile Heimatkrimis wie Dietrich Fabers „Toter geht’s nicht“ (Rowohlt Polaris) erscheinen hingegen als Flexcover. Piper plant, nicht zuletzt wegen des aktuellen Bestseller-Erfolgs des neuen Klüpfel- und Kobr-Titels, Regionalkrimis künftig verstärkt auch als Klappenbroschuren oder Hardcover zu veröffentlichen. Fazit: Die Vielfalt bei Krimis nimmt zu, der Anteil deutschsprachiger Autoren steigt, Regionales boomt, die Produktion bleibt auf hohem Niveau. Damit der Markt und mit ihm die Leserschaft nicht ermüdet, werden die Verlage auch künftig alles daransetzen, unverwechselbare Autoren zu verpflichten – denn nur Klasse macht Kasse.

Marktzahlen und -trends

Das Segment Spannung hält auch 2010 seinen hohen Anteil an der Belletristik-produktion: mit 27 Prozent gegenüber 28,3 Prozent im Jahr 2009 (laut „Buch und Buchhandel in Zahlen“ 2010).

Bis zu 50 Prozent der Belletristik-produktion in einigen Verlagshäusern sind Krimis und Thriller – meist im Taschenbuch. Hardcover, Paperback und Flexcover nehmen zahlenmäßig zu.

Der Anteil deutschsprachiger Autoren steigt.

Regionalkrimis boomen nach wie vor.

Mehr zum Thema zu den neuesten Marktzahlen im heute erschienen Börsenblatt 26 mit 20-seitigem Krimi-Extra.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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