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Vandenhoeck & Ruprecht schenkt 06.07.2011
In einem feierlichen Festakt, beglaubigt auf Geschäftsbriefpapieren aus dem 19. Jahrhundert, überreichten Gesellschafter des Verlags Vandenhoeck & Ruprecht am Montagabend der Staatsbibliothek Berlin ihr Verlagsarchiv, reichend bis zum Jahre 2000.

Die Schenkung umfasst unter anderem alte Drucke, Verleger- und Autorenkorrespondenzen, Kalkulationsbücher, Übersetzungsverträge, Rezensionen; die Namen der Geistesgrößen reichen vom Mathematiker Carl Friedrich Gauß über Alfred Brehm („Tierleben“) bis zu Theologen wie Rudolf Bultmann. „Eine perfekte, großartige Ergänzung unserer Sammlung der Archive großer Wissenschaftsverlage“, freut sich Dr. Jutta Weber, stellvertretende Leiterin der Abteilung Handschriften und Leiterin des Referats Nachlässe und Autographen an der Staatsbibliothek. Die Bibliothek besitzt bereits über 1.600 Nachlässe bedeutender Wissenschaftler; mit Vandenhoeck & Ruprecht hat – neben unter anderem de Gruyter und Aufbau – der fünfte Großverlag sein Archiv der Bibliothek gespendet.

Bei Vandenhoeck & Ruprecht habe das 275jährige Verlagsjubiläum im vergangenen Jahr schmerzlich vor Augen geführt, dass man selbst bei der Erschließung an Grenzen komme, so Pressesprecherin Regina Lange. Mit der jetzigen Schenkung verbinde sich die Gewissheit, dass das geistesgeschichtlich bedeutende Archiv nicht allein sachgerecht verwahrt und in einem etwa fünfjährigen Prozess der Öffentlichkeit erschlossen, sondern auch mit den bereits vorhandenen Dokumenten anderer Verlage in Beziehung gesetzt werden könne. Konkret, präzisiert Weber, seien Forschungen etwa zu folgenden Fragen von Interesse: „Wie kommt ein Werk zur Publikation? Wie bringen Verleger die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen miteinander in Dialog? Und welche Rolle nehmen Verleger und Autoren in der Gesellschaft ein?“

Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek, betonte, Verlagsgeschichte sei zugleich Mentalitäts- und politische Geschichte, etwa wenn etwa ein Verleger einen politisch brisanten Text nicht drucken wolle. Die enge Verbandelung des Verlags mit der fast zeitgleich gegründeten Universität Göttingen, der Aufklärungsbewegung und Geschichtswissenschaft verdeutlichte Jürgen Kocka, nicht ohne als Sozialhistoriker auf die Möglichkeit der Erschließung einer bildungsbürgerlichen familiären Unternehmergeschichte hinzuweisen. Einblicke in das wechselhafte Verlagsgeschehen boten schließlich Dietrich Ruprecht, der mit seinem Vetter Arndt Ruprecht über vierzig Jahre lang die Verlagsgeschäfte führte, und Alttestamentler und Verlegerfreund Rudolf Smend. Letzterer machte die Zuhörer mit Anekdoten aus der theologischen Abteilung des Verlags schmunzeln: So habe Verleger Ruprecht seinem Autor Hans Jonas nahegelegt, seine „Gnosis“ doch bitte sprachlich zu „entheideggern“.

Platzprobleme hat die Staatsbibliothek nach solch umfassenden Schenkungen nicht. Weber verweist auf die unterirdischen Gänge des Gebäudes; weitere Magazine stünden Unter den Linden und demnächst in Berlin-Friedrichshain zur Verfügung. Klaus Saur, Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek, verriet denn auch, worüber man sich als nächstes freut: das Archiv Bruno Cassirer.

Elisabeth Grün

Quelle: Börsenblatt online

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www.boersenblatt.net

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