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Jandl hopsen, Lyrik lieben 19.09.2011
Die Literaturwerkstatt Berlin wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Grund genug für ein rauschendes Fest voller lyrischer Momente bis tief in die Nacht – gestern in der Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg.

„Hier sagte ich Ja. Nie wollt’ ich Dich betreten, schon gar nicht in Dir leben. Hier sagte ich Ja (…).“ Mit Ruhe in der Stimme und authentischem Gestus liest die Blonde aus Marzahn diese Zeilen auf der kleinen Bühne vor. Es sind ihre Zeilen über Marzahn, über ihren Bezirk. Und alle lauschen andächtig, gar verzückt über die Ehrlichkeit der Sprache.

Berlin ist ein Gedicht. Das bleibt am Ende eines lyrikvollen Tages auf dem Areal der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg. „Dichter dran“, so das Motto des Berliner Lyrikfestes, das aus Anlass des 20-jährigen Geburtstages der Berliner Literaturwerkstatt von eben dieser ausgerichtet wurde.

Leidenschaftlich dichten

Das „Berlin-Gedicht“ (erschienen im Bebra Verlag) – mit Sicherheit einer der Höhepunkte an diesem Tag. Über 70 Laien-Lyriker haben mit Profis als Mentoren eine Ballade auf die Stadt gedichtet. Für den Leiter der Literaturwerkstatt, Thomas Wohlfahrt, ist daraus am Ende ein „verdichteter Stadtplan“ geworden. Gerührt sei er gewesen, nicht nur von der Qualität, sondern auch von der Leidenschaft, mit der die einzelnen Stadtteilgruppen ihre Bezirke in Verse fassten. „Berlin stand ja Pate für die Geburt das Genre des Stadtgedichtes“, so Wohlfahrt. „Und hinter 20 Jahren Literaturwerkstatt steht auch die Philosophie, dass man das die Poesie wieder nah ranbringt die Menschen.“

Dass der inhaltliche Schwerpunkt der Arbeit der Literaturwerkstatt einmal auf Lyrik liegen sollte, war nicht von Anfang an klar. Das Lyrikfest in der Kulturbrauerei macht aber deutlich warum: die deutsche Lyrikszene fristet zwar ein Nischendasein aber sie ist facettenreich. Poetry Slammer treffen auf traditionelle Lyriker, Digital Poetry auf den klassischen Vers.

Der Mops wird vertont

Wolfram Spyra hat es sich mit seiner elektro-akustischen Kunst in seiner Nische bequem gemacht. Eine kleine Ecke hat er zwischen den sanierten Backsteinbauten der Kulturbrauerei für sich und sein Jump-o-phone reserviert, auf dem Ernst Jandls „Ottos Mops“ erhopst werden kann. Ein generationenübergreifender Spaß an diesem Samstag.

Auch für Regina Dyck, Direktorin des Internationalen Literaturfestivals in Bremen, war die Veranstaltung ein Muss. Die nationale und auch internationale Vernetzung der Lyrikszene sei extrem wichtig, so Dyck: „Noch vor zwei Wochen war ich mit Thomas Wohlfahrt auf dem weltweit größten Poetryfestival im kolumbianischen Medellin, wo jetzt das World Poetry Movement gegründet wurde.“ Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Öffentlichkeit.

Alles bestens, nur merkt es keiner

Was sich an diesem Samstag in Berlin noch zeigt: Die Slam Poetry könnte eine kleine Revolution gewesen sein, die die Lyrik wieder populärer macht. Hin zum Erzählerischen, hin zum Vortrag. Wirklich sicher sind sich Organisatoren, Multiplikatoren und Verleger aber vor allem in einem Punkt: In Deutschland gebe es eine sensationelle, eine qualitativ ausgezeichnete Lyrikszene, die europaweit ihresgleichen sucht, sagen sie. Nur im heimischen Literaturbetrieb falle das bislang kaum jemand auf.

Glück im Unglück für einen, der es wissen muss. Andreas Heidtmann ist Chef des kleinen Leipziger Independent-Verlages „Poetenladen“ und hat seinen Verlagsschwerpunkt auf Lyrik gelegt. Er erklärt warum: „Exzellente Prosa-Autoren gehen meistens zu den großen Verlagen aber die exzellenten Lyriker sind eben häufig bei den Kleinen vertreten.“ Die Nische ist also gerade für die unabhängigen Verlage, die Möglichkeit hochwertiges Sprachmaterial unter die Leser zu bringen.

Manche Besucher blieben den ganzen Tag in der Kulturbrauerei – bis zum Schluss. Die Lyrik soll ein Exot der deutschen Literaturszene sein? An diesem 17. September ist das: undenkbar.

Karola Kallweit

Quelle: Börsenblatt online

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www.boersenblatt.net

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