Der Cousin im Souterrain
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Steigende Anforderungen, weniger Mittel 23.10.2011
In den Bibliotheken regiert der Rotstift: Die Hälfte aller Hochschulbibliotheken müssen jetzt oder in den nächsten Monaten "Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung hinnehmen" – das gilt auch für die öffentlichen Bibliotheken. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv).
Von Mai bis Juli 2011 führte der Verband eine Befragung unter seinen 1.304 hauptamtlich geführten öffentlichen Bibliotheken und 251 wissenschaftlichen Bibliotheken durch, deren Ergebnisse gestern im "Bericht zur Lage der Bibliotheken" in der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen der Öffentlichkeit präsentiert wurden.


Nach Angaben des dbv, der eine ausführliche Pressemitteilung herausgab, treffen die Kürzungen besonders stark die kommunalen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen mit 53 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent), Sachsen-Anhalt mit 45 Prozent (Vorjahr: 27 Prozent) und Baden-Württemberg mit 44 Prozent (Vorjahr 50 Prozent). Es gibt keine Entwarnung: Die aktuelle Situation der kommunalen Bibliotheken hat sich laut Bericht gegenüber dem Vorjahr kaum verbessert, der allgemeine positive Trend schlägt sich nicht ausreichend nieder. Ausgesprochen ernst ist die Lage in Städten mit über 100.000 Einwohnern, in denen nach wie vor mehr als zwei Drittel der Bibliotheken Sparmaßnahmen hinnehmen müssen. Der Bibliotheksverband beobachtet mit großer Sorge, dass sich die Spirale immer weiter nach unten bewegt.

Die Umfrage zeigt auch deutlich, welche Auswirkungen die Kürzungen haben:

Ein Viertel aller befragten öffentlichen Bibliotheken verfügt nur über einen reduzierten Medienetat (Vorjahr: 37 Prozent),

ein weiteres Viertel muss das Angebot im Veranstaltungsbereich reduzieren,

und 8 Prozent die Öffnungszeiten kürzen.

8 Prozent verzichten auf bereits geplante Projekte, wie Baumaßnahmen oder technische Erneuerungen (Vorjahr: 13 Prozent).

20 Bibliotheken müssen womöglich Zweigstellen oder Abteilungen schließen,

in 15 Systemen wird die Umwandlung in ehrenamtliche Zweigstellen geplant.

Ca. 10 Prozent aller Bibliotheken haben bereits eine dauerhafte Stellenstreichung oder eine Reduktion des Personaletats hinnehmen müssen; ebenso vielen steht dies bevor.

In Städten über 100.000 Einwohner mussten in diesem Jahr bereits 37 Prozent der Bibliotheken Stellen streichen, in weiteren 21 Prozent steht dies an (Vorjahr zusammen 62,6 Prozent).


Studentenansturm und Sparzwang

Angespannt ist die Situation der wissenschaftlichen Bibliotheken: Während die Hochschulen über alle Erwartungen hinaus von mehr als 500.000 Studienanfängern (Vorjahr: 445.000) überrannt werden, berichten

41 Prozent aller befragten Einrichtungen über bereits erfolgte oder fest geplante Kürzungen der Zuweisungen.

13 Prozent haben dauerhafte Stellenstreichungen hinnehmen müssen, bei ebenso vielen steht dies bevor.

Fast ein Drittel (29 Prozent) muss mit einem verminderten Erwerbungsetat auskommen. Bei 27 Bibliotheken (15 Prozent) sinkt er sogar um mehr als 10 Prozent.


Einschränkungen bei Service und Projekten

Die Kürzungen betreffen – neben dem verringerten Medienetat – in erster Linie die Weiterentwicklung von Dienstleistungen und Angeboten:

16 Prozent der Bibliotheken verzichten auf bereits geplante Projekte wie Baumaßnahmen oder EDV-Entwicklungen,

10 Prozent müssen spezielle Angebote wie Schulungen oder Veranstaltungen reduzieren,

und 5 Prozent der befragten Bibliotheken reduzieren ihre Öffnungsstunden.


dbv fordert mehr Geld für Digitalisierung

Die Zahl der bisher digitalisierten Bestände in den wissenschaftlichen Bibliotheken verdeutlicht die dringend notwendige Aufstockung der Finanzmittel für die Digitalisierung. Von den 600.000 Buchtiteln des 18. Jahrhunderts sind erst 40.000 Buchtitel in digitaler Form zugänglich. Der dbv fordert, dass in den Jahren 2012 bis 2016 ein zusätzlicher Betrag von 10 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung gestellt wird, um jährlich weitere 200.000 Titel zu digitalisieren. Diese Forderung unterstützen mittlerweile die meisten Parteien im Bundestag. Daneben müssen weiterhin die regionalen Förderprogramme und die Koordinierungsaktivitäten der Länder durchgeführt werden.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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