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Rainald Goetz erhält den Berliner Literaturpreis 2012 22.11.2011
Die Stiftung Preußische Seehandlung vergibt den Berliner Literaturpreises 2012 an den Schriftsteller Rainald Goetz. Nach Mitteilung der Preisstifter nimmt Rainald Goetz die mit dem Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die „Heiner-Müller-Gastprofessur fuür deutschsprachige Poetik“ an.

Der mit 30.000 Euro dotierte Berliner Literaturpreis zeichnet Autoren aus, die mit ihrem literarischen Werk in den Gattungen Erzählende und Dramatische Literatur sowie Lyrik "einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben", so die Statuten. Seit 2005 bietet der Preis mit der "Heiner-Müller-Gastprofessur fu?r deutschsprachige Poetik" am Peter-Szondi-Institut fu?r Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin den Preisträgern jeweils im Sommersemester ein Forum für Textarbeit mit Studierenden der Universitäten und Hochschulen in Berlin und Brandenburg. Bisherige Preisträger und Dozenten waren Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff und Thomas Lehr.

Rainald Goetz (Jahrgang 1954) studierte Medizin und Geschichte in München und Paris. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem den Heinrich-Böll-Preis, den Wilhelm-Raabe-Preis und dreimal den Mühlheimer Dramatikerpreis.

Der Jury des Berliner Literaturpreises 2012 gehören Jens Bisky, Ulrich Janetzki, Ulrich Khuon, Winfried Menninghaus und Kristin Schulz an.

In der Begru?ndung fu?r die Preisvergabe heißt es:

"Der Berliner Literaturpreis 2012 wird dem Schriftsteller Rainald Goetz für sein eigensinniges, singuläres Werk zugesprochen. Rainald Goetz, der 1954 in Mu?nchen geboren wurde und heute in Berlin lebt, arbeitet in vielfältigen Formen an einer Geschichte der Gegenwart. Neugier und den unbedingten Willen zur Zeitgenossenschaft verbindet er mit der idiosynkratischen Abwehr des Aufdringlichen und Betriebshaften. Hier schreiben Hass und Liebe ungeschieden, hier berichtet der Einzelgänger aus der Mitte des Geschehens. Seine Romane ("Irre", "Abfall für alle"), Theaterstücke ("Jeff Koons"), Blogs ("Klage") und Berichte verweigern die Anlehnung an konventionelle, zu Schablonen erstarrte Formen der Literatur, sie nutzen die Kraftquellen des Techno, zeitgenössischer Kunst und des intellektuellen Diskurses. Rave begegnet Luhmann, der Wahnsinn des Dabeiseins dem Irrsinn des Nicht-Dazugehörens, es mischen sich Rausch und Askese. Kaum ein zweiter Autor trifft Geist und Stimmung der Gegenwart, Lebensgefühl und Sound, mit solcher Präzision. Seine Sprache widersteht dem Muffigen, Zuckrigen, Banalen. Sie bezieht ihre Kraft aus dem Nebeneinander von Gedankenbewegungen, starken Urteilen und lyrischen Passagen, aus der Spannung zwischen kleinen, in sich vollendeten Szenen, Einfällen, Augenblicksbeobachtungen und einem unaufhörlichen Redefluss."

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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