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Entscheidend ist das Engagement Einzelner 28.01.2013
"Nachhaltiges Publizieren geht - wenn man nur will", war das Fazit der abschließenden Podiumsdiskussion des Mainzer Kolloquiums mit dem Börsenblatt, in der die Referenten offen gebliebene Punkte streiften. Aber: Es scheint noch eine Scheu zu geben, sich die Nachhaltigkeit des digitalen Publizierens genauer anzuschauen.
Da der Vertreter des WWF nicht erschienen war, improvisierten die Veranstalter; Börsenblatt-Redakteur Stefan Hauck lud die Referenten zur Podiumsdiskussion, an der sich zum Schluss auch die 230 Teilnehmer des Kolloquiums beteiligen konnten. Auf die Frage, ob das Gros der Verlage schon auf dem Weg des nachhaltigen Publizierens sei oder ob es sich um eine überschaubare Zahl von Vorreitern handele, meinte Anke Ochsenfarth vom Oekom Verlag, dass es wesentlich davon abhänge, ob sich ein einzelner oder eine Gruppe im Verlag dafür engagiere - "und wie nahe derjenige an der Geschäftsführung sitzt." Generell machten umweltfreundliche Zertifizierungen die Anerkennung leichter, nach wie vor aber sei Überzeugungsarbeit zu leisten. "Insgesamt betrachtet stehen wir erst am Anfang." Dem widersprach Annette Sievers vom Peter Meyer Verlag: "Ich denke, wir sind mittendrin." Schon in den 1970er Jahren hätten Verlage versucht, mit Recyclingpapier umweltschonender zu produzieren, vor zehn Jahren habe die Diskussion um eingeschweißte Bücher und Verpackungsmüll begonnen, Auslieferungen und Barsortimente hätten mit gebündelten Faktorierungen und verstärkter Lieferung in Wannen reagiert. "Jetzt sind wir dabei, die unterschiedlichsten Kriterien zueinander zu führen."

Nicht vergessen werde dürfe aber dabei die Akzeptanz im Handel: Der Peter Meyer Verlag etwa schweiße keine Bücher ein, aber es gebe in den Buchhandlungen immer wieder Kunden, die am liebsten nur eingeschweißte Bücher kaufen: "Durchblättern und dann ein neues Buch erwerben, damit kein Buchstabe fehlt ..." Da brauche es noch viel Marketing- und Überzeugungsarbeit.

Was wiederum kostet. Hatte Annette Sievers vom Peter Meyer Verlag noch von einer dreiprozentigen Kostensteigerung durch die Umstellung auf klimaneutrales Publizieren berichtet bzw. sechsprozentigen Kostensteigerung unter Einbezug der Autorenarbeit vor Ort, bezifferte Oetinger-Herstellungsleiter Stephan Born die Kosten bei der Einführung der Oetinger-Natur-Linie als deutlich höher. "Aber wir haben vorher natürlich auch gründlich Marktforschung betrieben, ob Kunden überhaupt bereit sind, für qualitativ hochwertige und wirklich nachhaltige Produkte mehr zu bezahlen. Und, ohne konkrete Zahlen schon nennen zu können, haben wir recht gute Rückmeldungen aus dem Handel."

Zur Durchsetzung der Nachhaltigkeitsinteressen sei es insbesondere bei kleineren Unternehmen sinnvoll, sich zusammenzuschließen, betonte Ochsenfarth: "Wir brauchen gegenüber Druckereien, Papierherstellern etc. eine gewisse Marktmacht." ist. Stephan Born berichtete, dass bei den Verlagen sich Hersteller immer wieder träfen, um gemeinsam zu beraten: "Der Austausch auch in diesen Fragen ist unerlässlich." Auch wenn viele Verlage mit FSC-zertifiziertem Papier bei den öffentlichen Forderungen nach Nachhaltigkeit Genüge zu tun glauben, gibt es dennoch Kritik: Auch für FSC-Holz werden Flächen gerodet, um Plantagen entstehen zu lassen, und bis dort die Bäume wieder gewachsen sind, könne viel passieren. Achim Schorb vom Institut für Energie - und Umweltforschung in Heidelberg widersprach dieser Kritik: "Damit würde jede Form von Forstwirtschaft in Frage gestellt. Holz- und Waldwirtschaft sind Industriezweige, weshalb strenge Kontrollen etwa durch Nutzung von Labels und Zertifizierung sinnvoll sind." Derzeit hielten sich viele Verlage an FSC, was sich auch wieder ändern könne; FSC sei ein gutes Siegel für Holz, aber nicht für Papier, weil es weder den Energie- und Wasserverbrauch noch die Abwasserbelastung oder Umweltmanagementsysteme berücksichtigt."

Befragt nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, bezweifelte er dessen Effektivität bei Druckverfahren, was auf den Druck von Papier und anschließende Verbrennung als Dünger hinauslaufe. Da halte er Recycling und die Nutzung von Recyclingpapier für sinnvoller. Übrigens ist auch das wunderbare Büttenpapier ein Recyclingpapier." Auch Anke Oxenfarth hielt Recyclingprodukte für ökologischer als auch ökonomischer: "Die Kosten bei Cradle-to-Cradle sind ziemlich hoch."

Bei der zunehmenden Verbreitung digitaler Produkte stellt sich die Frage, welche Bilanz in punkto Nachhaltigkeit bei E-Books zu ziehen ist angesichts großer Serverleistungen bei Downloads oder gar bei der Herstellung von Hardware wie E-Readern, Tablets und Smartphones durch die Verwendung seltener Erden oder die Arbeitsbedingungen beim Abbau von Coltan. Hier herrschte eher Schweigen in der Runde. Bislang gebe es auf diesem Gebiet keine verlässlichen Studien und Ökobilanzen, weshalb man nur Vermutungen anstellen könne, meinte Achim Schorb. Zudem hingen die Ergebnisse der Studien bislang sehr vom jeweiligen Auftraggeber ab, was seriöse Aussagen schwer mache, so Christian Klein von natureOffice. Auf die Frage aus dem Publikum, ob Greenpublishing denn vorwiegend nur von kleineren und mittelgroßen Verlagen betrieben werde, nannte Anke Oxenfarth als Beispiel Random House Verlag, der inzwischen auf FSC-Papiere umgestellt habe. Und sprach schon fast das ideale Schlusswort: "Es geht. Es geht immer, wenn man nur will."

jm

Quelle: Börsenblatt online

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www.boersenblatt.net

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