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Sparkassen-Gewinnspiel verärgert Buchhändler 03.04.2013
Es sollte ein harmloses Ostergewinnspiel sein – doch als ein Online-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe den Kreissparkassen drei Kindles plus Warengutscheine von Amazon anbot, trat er dem lokalen Buchhandel auf die Füße. Die Kritik aus der Branche folgte prompt – und eine Entschuldigung des Dienstleisters.

Die Sparkassen-Finanzportal GmbH (SFP), der Online-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe und eine Tochtergesellschaft des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, führt jährlich mehrere Gewinnspiele für die Sparkassen in ganz Deutschland durch: Mal werden dabei Reisen, mal Elektrogeräte als Gewinn ausgelobt. Im Falle des aktuellen Ostergewinnspiels verloste die SFP bundesweit unter allen registrierten Teilnehmern drei Amazon Kindle plus jeweils einem Amazon.de-Gutschein.

Den bundesweit 420 Sparkassen stand es frei, das Gewinnspiel auf der eigenen Website einzubetten – rund die Hälfte der Finanzinstitute hatte mitgezogen. „Auswahlkriterium für Gewinne war bisher allein die vermutete Attraktivität für die Kernzielgruppe: Online-affine Gewinnspieler aller Altersgruppen“, erklärt ein Sprecher des Dienstleisters. Und so dachten sich die Sparkassen nichts Böses, als sie das Onlinegewinnspiel ihres Dienstleisters einbanden. Zu den Lesegeräten gab es auch schwarze Lederhüllen und je einen 15 Euro-Gutschein. An den lokalen Einzelhandel dachten die Beteiligten aber nicht – zu viel Arbeit im daily business: „Die Verlosung ausschließlich regional nutzbarer Gewinne stellt für ein bundesweit gültiges Angebot ein erhebliches logistisches Problem dar. Hierbei stoßen wir an die Grenzen dezentraler Strukturen der Sparkassen-Finanzgruppe“, so das Unternehmen. Möglichkeiten zur Kooperation waren bei der SFP nicht bekannt.

Protest aus dem Buchhandel
Auf die Aktion aufmerksam geworden, empörte sich Buy-Local-Initiator Michael Riethmüller (Buchhandlung RavensBuch in Ravensburg) und verfasste prompt einen offenen Brief an den Vorstand der Ravensburger Sparkasse Heinz Pumpmeier: „Ich erlaube mir, Ihnen als Vorsitzendem des Vorstands der Kreissparkasse Ravensburg meine Verärgerung mitzuteilen.“ Riethmüller, seit 1992 überzeugter KSK-Kunde, ärgert sich darüber, dass die Sparkasse Marketing mit der Aktion Werbung für den Online-Riesen aus Seattle betreibe – nicht etwa über die Gewinne in marginaler Höhe, wie er gegenüber boersenblatt.net verdeutlichte. „Es geht um den Klick, der zu Amazon führt“. Und es geht um die Gedankenlosigkeit, mit der der Einzelhandel übergangen wurde. In seinem Brief führt er aus: „Leider muss ich feststellen, dass alle Kreissparkassen - auch die KSK Ravensburg - ausgerechnet in einem bundesweiten Gewinnspiel E-Reader von Amazon als Preise ausloben, obwohl diese Firma die Verödung der Innenstädte vorantreibt, nahezu keine Steuern in Deutschland bezahlt, und auch durch miserable Arbeitsbedingungen im Logistikbereich öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hat. Das sollte eigentlich auch bei den Kreissparkassen bekannt sein.“ Riethmüller kündigte an, seine Konten bei der Sparkasse schließen zu wollen.

Dem Protest Riethmüllers schlossen sich mehrere Buchhändler an, auch der SoA reagierte mit einem Brief , der auch im aktuellen Newsletters des Sortimenter-Ausschusses zitiert wird:

„Ganz unabhängig davon, dass diese Aktion womöglich mit dem Buchpreisbindungsgesetz nicht vereinbar ist, was zur Zeit rechtlich von uns überprüft wird, ist Ihr Gewinnspiel ganz offensichtlich ohne jedwedes Bewusstsein der fragwürdigen Positionierung eines einzelnen Online-Händlers konzipiert worden und, bemerkenswerter noch, auch ohne jegliche Besinnung darauf, welches Signal Sie damit an Ihre zahlreichen Geschäftskunden aus dem stationären Buchhandel senden.“

Gutscheinverlosung ist kein Verstoß gegen die Buchpreisbindung
Nach einer Rechnung, die boersenblatt.net inzwischen vorliegt, liegt beim Sparkassen-Gewinnspiel jedoch keine Verletzung der Buchpreisbindung vor: Der Dienstleister hatte die Gutscheine sowie Geräte aus eigener Tasche bezahlt und verschenkte sie an die Gewinner weiter. Die SFP stellte auf Anfrage klar: „Es besteht keinerlei Kooperationsverhältnis zwischen der SFP und einem Unternehmen der Amazon-Gruppe. Ebenso wenig werden der SFP die Gewinne von Amazon oder Dritten gratis zur Verfügung gestellt.“

Annäherung zwischen Sparkassen und Sortimentern
Auf den Protest von Seiten des Buchhandels reagierte der Dienstleister mit Verständnis: „Die spezifische Kritik an der Amazon-Gruppe können wir in Einzelaspekten teilen, uns war bis dato aber keine vergleichbare Alternative bekannt.“ Künftig soll der Buchhandel zum Zug kommen: „Gern stehen wir zum Austausch mit dem Börsenverein zur Verfügung, um zum Beispiel dezentrale Incentive-Lösungen für das zentrale Gewinnspiel abzustimmen.“ Außerdem will das Unternehmen die Aspekte regionaler Wirtschaftsförderung aber zukünftig noch stärker bei der Auswahl berücksichtigen.

Kyra Dreher, Geschäftsführerin des Sortimenter-Ausschuss reicht den Sparkassen die Hand: „Wir könnten Ihnen zahlreiche Spielarten einer Kooperation nennen, die Ihren Geschäftspartnern, dem örtlichen Buchhandel, und Ihrem eigenen Selbstverständnis als Banken mit regionaler Verantwortung weit besser gerecht würden als dies aktuell der Fall ist.“

Auf lokaler Ebene scheint der Protest bereits Wirkung zu zeigen: In Ludwigsburg und in Würzburg reagierten laut Facebook-Einträgen von Buchhändlern die Sparkassen positiv – Gesprächstermine für gemeinsame Kooperationen wurden bereits vereinbart, wie im Buchhandelstreff auf Facebook nachzulesen ist.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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