Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Quietschig bunt - und hochspannend 20.06.2013
Tom Niesporek aus Saarbrücken ist der Bundessieger des Vorlesewettbewerbs des Börsenvereins 2013. Das Finale ist im Sendesaal A des Rundfunks Berlin-Brandenburg aufgezeichnet worden, wo die 16 Landessieger heute seit elf Uhr die Zuschauer mit ihren Büchern in den Bann gezogen haben.

"Damit hätte ich echt nicht gerechnet!", meinte Tom Niesporek, "hier haben alle so gut gelesen!"

Charlotte Messing aus BrandenburgCharlotte Messing aus Brandenburg© Monique Wüstenhagen

Der Sieger mit der JuryDer Sieger mit der Jury© Monique Wüstenhagen

"Gleich wird der Supervorleser gekürt", hatte die Nordhorner Buchhändlerin Viola Taube vom Börsenvereins-Vorstand die die ganze Zeit über in der Luft liegende Spannung gleich zu Beginn in Worte gefasst. "Als Erwachsener findet man nur noch selten jemand, der einem vorliest", bedauerte sie, "dabei gibt es nichts Schöneres, als sich einzukuscheln und etwas vorlesen zu lassen, eine Stimme zu hören, die mich fesselt und in andere Welten eintauchen lässt." Auch RBB-Intendantin Dagmar Reim bedauerte, dass Erwachsene diese Momente kaum mehr erleben: "Ich versuche meinen Mann abends immer zu überreden, mir vorzulesen - vergeblich ..." Reim betonte die Wichtigkeit des Vorlesens in unserer Gesellschaft: "Wenn wir anderen vorlesen, schenken wir ihnen etwas von der Geschichte. Vorlesen öffnet eine Tür." Vom Börsenvereinsvorstand war Thomas Gruß aus Hamburg angereist, Verleger wie Ulrich Störiko-Blume (Hanser) und Buchhändler wie Susanne Lux (Nimmerland in Mainz) lauschten den 16 Landessiegern.

Anton KornevAnton Kornev© Monique Wüstenhagen

Die besten LeserDie besten Leser© Monique Wüstenhagen

Von quietschigen hohen Stimmen bis zum sanften Timbre reicht die Vielfalt der Stimmen, oft meisterhaft angepasst an die vorgelesenen Textpassagen. Erst gestern hatten die 16 Schüler 32 Bücher zur Auswahl vorgelegt bekommen, aus denen sie sich eines aussuchen durften; anschließend mussten sie das Buch lesen und eine dreiminütige Vorlesesequenz auswählen. Einige Schüler verwandelten die Textpassagen in gekonnte szenische Lesungen, setzten spannungssteigernd Pausen und schafften es, dass viele der Fans mit offenem Mund zuhörten. Tom Niesporek aus Saarbrücken las nicht nur, nein, er verkörperte fünf verschiedene Rollen im Dialog, zuckte mit den Schultern, rollte mit den Augen, verzog gequält den Mund, lächelte. "Oh Gott, das ist ein Albtraum, fünf Stimmen unterscheidbar zu machen", meinte Juror Andreas Steinhöfel bewundernd, "aber das hast Du hervorragend gemeistert - irgendwann hab ' ich gedacht: Da hinten könnte jetzt ein Flugzeug abstürzen und er liest weiter ..." Auch Lasse Wegner aus Elmshorn schien schon gar nicht mehr ins Buch zu schauen, sondern fixierte die Zuschauer, schmunzelte, wisperte und erzählte seine Paasage aus "Geisterhelden" (Ueberreuter) fast mühelos nebenbei.

Sebastian Faber aus Wiesbaden wechselte zwischen den Stimmungen der Protagonisten, ließ in den Dialogen des "Mondpicknicks" (Carlsen) die Stimme zornig anschwellen oder leise flüstern, balancierte auch emotional im Gesicht ablesbar zwischen Wut und einsamer Verzweiflung, um die Situation der Buchhelden widerzuspiegeln. Anton Kornev aus Schwerin rollte die Rs des Pizzaboten und brachte die Ironie des Texts ("Nerd Forever", cbj) ebenso zum Tragen wie Clemens Krauß aus Uelzen ("Pardon. Monsieur, ist dieser Hund blind?", Urachhaus). Überhaupt sind die Jungs mit acht Landessiegern und beachtlichen Leistungen im Finale vertreten - wer sagt da, dass Jungs nicht lesen?

Aber auch die acht Mädchen schlugen sich gut. Lea Kießlich aus Mainz etwa changierte in den Stimmlagen zwischen warmherzig-besorgt bis eiskalt, je nachdem wie es der Text verlangte. "Souverän und ruhig" modulierte laut Jurorin Laura Berlin Angelina Dreißig aus Heidenau ihren Text aus "Edgar und die Schattenkatzen" (Thienemann), Alexandra Grohmann aus Halle las sehr empathisch und unterstützte durch ihr bewegtes Mienenspiel. Mit leicht rauem Timbre brillierte Linda Kügler aus Hohenleuben, die den recht anspruchsvollen Text aus "Das Paradies der Täter" überzeugend vortrug.

Zur Jury gehören die beiden Vorjahressiegerinnen Monique Roszak und Josephine Martz, Schauspielerin Laura Berlin ("Rubinrot"), Entertainer Bürger Lars Dietrich und Bestsellerautor Andreas Steinhöfel als Vorsitzender der Jury. Nach der eigenen Erfahrung mit dem Vorlesewettbewerb gefragt, winkte Steinhöfel ab: "Ich bin nicht weit gekommen damals, traumatisierend war das." Und wie würde es seinem jüngsten Protagonisten Rico gehen? "Mhm ... Rico würde hier wahrscheinlich mit der Gebrauchsanweisung einer Waschmaschine einlaufen."



Der RBB zeichnet die Veranstaltung auf und produziert eine 30-minütige Sendung, in der auch die Vorbereitungen hinter den Kulissen, die Erfahrungen der Schüler in der Maske zu sehen sein werden. "Quergelesen - Die besten Vorleser" ist am 5. Oktober im KiKa und am 12. Oktober im RBB-Fernsehen zu sehen.

Quelle: Börsenblatt online

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