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Der "Bewerb" in Klagenfurt geht weiter 09.07.2013
„Der Preis bleibt in Klagenfurt, im Fernsehen und im Internet. Wir haben eine gute Lösung gefunden“, erklärte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kurz vor der Preisverleihung am Sonntagmittag. Der Bachmann-Preis 2013 geht an Katja Petrowskaja. Ihr Text über die Ermordung ihrer Urgroßmutter durch die Nazis in Kiew rührte manchen im Publikum zu Tränen und überzeugte auch die Jury.

Wahrscheinlich ist kein Klagenfurter Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis in den vergangen Jahren mit größerer Spannung erwartet und mit mehr Aufmerksamkeit verfolgt worden. Das lag zunächst leider nicht zuerst an den Autoren, sondern daran, dass der ORF angekündigt hatte, sich aus Kostengründen von dem Literaturwettbewerb zurückzuziehen. So hatte sich die Befürchtung breit gemacht, dass die 37. Tage der deutschsprachigen Literatur, die seit 25 Jahren auch im Fernsehen, bei 3sat, zu sehen sind, die letzten sein könnten.

Die Drohung hat indes den Bewerb, wie die Österreicher sagen, keineswegs dauerhaft überschattet. Schon bei der Eröffnung war die Stimmung recht eindeutig. Klagenfurts Vizebürgermeister Albert Gunzer erklärte kategorisch: „Über eine Einstellung ist mit mir nicht zu diskutieren. Da bin ich nicht gesprächsbereit.“ Offen ließ er jedoch die künftige Finanzierung des Wettbewerbs, der vor allem durch das ORF-Landesstudio Kärnten ermöglicht wird. ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard wollte die Last von alles in allem 350.000 Euro gerechter auf mehrere Schultern verteilen. Und Hubert Nowak von 3sat empfahl, über Abläufe, Regeln und die Rolle des Fernsehens zu diskutieren.

Eine Einstellung des Wettlesens hätte wohl zu einem Aufstand am schönen Wörthersee geführt. Und so war der erlösende Satz vom eigens aus Wien angereisten ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kurz vor der Preisverleihung am Sonntagmittag kaum mehr eine Überraschung: „Der Bachmann-Wettbewerb bleibt.“ Euphorischer Beifall im Saal antwortete ihm gleichwohl. Wrabetz präzisierte, aber so richtig hörte da schon keiner mehr hin: „Der Preis bleibt in Klagenfurt, im Fernsehen und im Internet. Wir haben eine gute Lösung gefunden.“ Die Finanzierungslücke soll möglicherweise über Sponsoren gedeckt werden, zugleich will Wrabetz den Wettbewerb, auf den der ORF stolz sei, weiterentwickeln. Wie stolz der ORF über das Wettlesen im gegenwärtigen Format sein könne, dass wollte am Vortag die Jury, die Wrabetz zu einem Gespräch eingeladen hatte, dem Fernsehmann vorführen. Der Generaldirektor sei begeistert gewesen, war später von den Juroren um den Vorsitzenden Burkhard Spinnen zu erfahren. Wie auch nicht, hat man doch ermittelt, dass das Wettlesen auf fünf Kontinenten und in mehr als 60 Ländern mitverfolgt wurde.

Breite Bachmann-Unterstützung gab es auch via Twitter. Warum der Bachmann-Wettbwerb bleiben soll? Die Tweets zu der Frage lasen sich so: "Er verbindet Klagenfurt mit der Welt“ oder „Literatur braucht Publikum“ oder "Sonst müssten wir immer 'Shades of Grey' lesen. Aber auch unernste Argumente wurden angeführt: "Einmal im Jahr muss ich mich richtig satt essen" oder „Sonst fällt doch niemand mehr in den Kanal“ (in Anspielung auf den Unfall eines Verlegers).





Ihr Siegertext erscheint bei Suhrkamp: Katja PetrowskajaIhr Siegertext erscheint bei Suhrkamp: Katja Petrowskaja© © ORF/Johannes Puch
Mit Katja Petrowskaja hat nach Olga Martynowa im Vorjahr abermals eine Autorin den Bachmann-Preis erhalten, deren Muttersprache nicht das Deutsche, sondern das Russische ist. Ihr Text über die Ermordung ihrer Urgroßmutter durch die Nazis in Kiew rührte manchen im Publikum zu Tränen und überzeugte auch die Jury. Allein die Siegerin hätte sich selbst den Preis nicht zuerkannt: „Ich weiß durchaus, dass man nach meinem Text ein bisschen betäubt ist, weil er so laut in die Posaune der Katharsis bläst. Es gab andere Texte, die literarisch interessanter sind als mein eigener.“

Die Diskussion über den Text der in Kiew geborene Wahlberlinerin am zweiten Tag haben indes sämtliche Fernsehzuschauer verpasst, schlicht weil das Wettlesen in diesem Jahr die Sendezeit von 15 Stunden an jedem einzelnen Tag sprengte.

Holger Heimann

Quelle: Börsenblatt online

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