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"Fern aller Klischees" 19.08.2013
Der Jean-Paul-Preis des Freistaats Bayern geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Petra Morsbach. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 23. Oktober in München verliehen.

Kunstminister Heubisch habe dem Vorschlag der Jury gerne zugestimmt, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums. "Mit Petra Morsbach wird eine herausragende wie unprätentiöse Erzählerin ausgezeichnet, die mit scharfem Blick unsere Gegenwart erkundet und dabei der Suche nach Wahrheit verpflichtet ist", so Heubisch.

Petra Morsbach wuchs am Starnberger See auf, wo sie auch heute lebt. Nach dem Studium der Theaterwissenschaften, Psychologie und Slawistik in München und einem Gastjahr an der Leningrader Theaterakademie promovierte sie mit einer Arbeit über Isaak Babel. Anschließend war sie zehn Jahre lang als Regisseurin tätig. Ihr erstes Buch "Plötzlich ist es Abend" erschien 1995, zuletzt kam 2013 der Künstlerroman "Dichterliebe" (Knaus) heraus.

Die Jury war sich einig, dass Petra Morsbach mit "Dichterliebe" eine neue Stufe ihres erzählerischen Könnens erreicht habe. "Leningrad um 1950, der Mikrokosmos eines Opernhauses, die Köchin eines Reiterhofs, ein erblindeter Musiker, ein Pfarrer in Niederbayern, ein alternder DDR-Lyriker", so die Jury, "die Romane von Petra Morsbach behandeln höchst unterschiedliche Lebenswelten und Schicksale. Stets überaus sorgfältig recherchiert, fern aller Klischees, mit präzisem psychologischem Realismus, souveränem epischem Atem und subtilem Humor erzählen diese Texte von Alltag und existentiellen Krisen, von Scheitern und Hoffnung mit einer Intensität und einem Einfühlungsvermögen, die in der deutschen Gegenwartsliteratur singulär sind."

Die Preisverleihung findet am 23. Oktober im Max-Joseph-Saal in der Münchener Residenz statt. Als Laudator konnte der Büchner-Preisträger Martin Mosebach gewonnen werden.

Der Jean-Paul-Preis des Freistaats Bayern wird alle zwei Jahre für ein Gesamtwerk vergeben. Unter den bisherigen Preisträgern waren Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß, Horst Bienek, Herrmann Lenz, Günter de Bruyn, Herbert Rosendorfer, Gerhard Polt, Sarah Kirsch, Uwe Dick und Brigitte Kronauer.

Quelle: Börsenblatt online

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www.boersenblatt.net

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