Ganz schön bissig ...
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"Sie beharrt so lange, bis der Buchmarkt sich fügt" 03.02.2014
Großes Come-together und bewegende Szenen gestern Abend bei Hanser Berlin: In den Verlagsräumen der Friedrichstraße 210 drängten sich rund 160 Gäste, um Abschied von Verlagsleiterin Elisabeth Ruge zu nehmen und Nachfolger Carsten Kredel zu begrüßen. Ruge schreibt an ihrem ersten Buch und hat in der Rosenthaler Straße 34 eine Literaturagentur gegründet.

Karsten Kredel lobte Ruges HartnäckigkeitKarsten Kredel lobte Ruges Hartnäckigkeit© Ekko von Schwichow
Kredel, bis Mai 2013 noch Suhrkamp-Programmleiter, zollte Ruge Bewunderung für „ihr hartnäckiges Beharren, um Naturgesetze außer Kraft zu setzen – sie beharrt so lange, bis die Natur, bis der Buchmarkt sich fügt. Sie schafft es, an Türen zu rütteln, an die andere sich noch nicht einmal zu rütteln trauen.“ Kredel hob das gute Miteinander in den vergangenen Monaten hervor, dankte dem kaufmännischen Geschäftsführer Stephan Joß für dessen Vertrauen und versprach Kontinuität: „Wir machen manches anders als Hanser München, aber für Hanser München.“ Der gerade mal zwei Jahre alten Berliner Dependance gehe es darum, sich den Geist des Aufbruchs zu bewahren, „wir wollen mit jeder Faser Autorenverlag sein.“

Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel, Eva-Marie von Hippel (Programmleitung Internationale Literatur im Berlin Verlag) und Autor Frank Heibert (v.l.)Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel, Eva-Marie von Hippel (Programmleitung Internationale Literatur im Berlin Verlag) und Autor Frank Heibert (v.l.)© Ekko von Schwichow

Blick in die MengeBlick in die Menge© Ekko von Schwichow
Auch wenn Kredel sich ein Mikrofon geschnappt und auf eine Plastikkiste gestiegen war, ertönten immer wieder „Lauter!“-Rufe, denn der Empfang fand in den beiden vorderen Verlagsräumen statt, wo Schreibtische und anderes Mobiliar weggeschoben worden waren. Viele Weggefährten waren gekommen, Autoren wie Jan Wagner, Susanne Kippenberger, Helene Hegemann, Robert Seethaler, Antje Vollmer, Übersetzer wie Hinrich-Schmidt-Henkel, Hörbuchsprecher wie the Voice Christian Brückner, Verleger wie Helge Malchow von KiWi und Marcel Hartges von Piper, Bekannte aus der politischen Szene.

Elisabeth Ruge mit ihrem Vater Gerd RugeElisabeth Ruge mit ihrem Vater Gerd Ruge© Ekko von Schwichow
Ruge dankte ihren Mitarbeitern und würdigte sie einzeln, erinnerte auch an Weggefährten wie den verstorbenen Uli Hörnemann, „ein wunderbarer Vertriebsleiter“, und ließ einige Buchtitel und deren Entstehung Revue passieren wie etwa die Arbeit an den politischen Erinnerungen ihres Vaters Gerd Ruge, des früheren ARD-Korrespondenten: „Unterwegs“. Wie kompliziert das verlegen manchmal sein kann, machte sie humorvoll am Beispiel von Krupp-Chef Berthold Beitz deutlich, der auf die Fahnen von Joachim Käppners Biografie über ihn nicht reagierte und keinerlei Anzeichen gab, ob er nun einverstanden sei. Bis jemand Ruge den Tipp gab, ein bereits fertiges Buch zu schicken. „Wie soll denn das gehen?“, fragte Ruge entsetzt, „Ich kann doch nicht drucken, wenn ich noch nicht sein letztes Einverständnis habe.“ Nach langer Wartezeit entschloss sie sich doch, ein einzelnes Exemplar hochwertig zu drucken, zu binden usw. Sie schickte es an Beitz, „und tatsächlich, ein paar Tage später gab er uns grünes Licht. Inzwischen sind mehr als 80.000 Exemplare verkauft.“

Ingo Schulze erinnert sich in großartigen DialogenIngo Schulze erinnert sich in großartigen Dialogen© Ekko von Schwichow
Schriftsteller Ingo Schulze hielt eine Rede über Abschied und Willkommen mit hinreißenden satirischen Dialogen mit Elisabeth Ruge, die die Lachmuskeln der Anwesenden sichtlich in Bewegung hielten. Großartig, wie er sich an sein erstes Manuskript erinnerte, über das er in einem halbdunklen Raum im gerade eingerichteten Büro von Ruge sprechen wollte und immer wieder von mit Kisten und Kartons bepackten Mitarbeitern aus dem Konzept gebracht und verunsichert wurde. Schulze überreichte Ruge drei Taschentücher mit der Aufschrift „Herzschmerz“, „Weltschmerz“ und „Abschiedsschmerz“.

Jo LendleJo Lendle© Ekko von Schwichow
Der neue Hanser Chef Jo Lendle staunte nicht schlecht über Ingo Schulzes Darstellungskunst auf der Plastikkiste: „Das ist vielleicht die Geburtsstunde des Hanser Theaterverlags …“ Wie zuvor Karsten Kredel dankte er Stephan Joß, der hinter Hanser Berlin stehe, und freute sich über die lebendige Dependance, wo an einem Freitagabend so viele Menschen, die mit Literatur zu tun haben, sich in den Verlagsräumen stapelten – „vielleicht ist so etwas nur in Berlin möglich.“ Die Rufe der Käuzchen, die spätabends noch in seinem Münchner Büro höre, wollte er allerdings auch keinesfalls missen. Er blickte zuversichtlich nach vorn: „Ich will mit Karsten die literarische Landschaft rocken.“ Mit Blick auf Ruge und seinen ausgeschiedenen Vorgänger Michael Krüger meinte Lendle abschließend: „Wir verlieren zwei Legenden.“

Quelle: Börsenblatt online

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