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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Dickens, Minnesänger und fatale Förderer 27.02.2014
Wie hat sich die Literaturvermittlung im digitalen Zeitalter verändert? Die interdisziplinäre Tagung „Geschichten am Lagerfeuer“ des Lehrstuhls für Buchwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (19. Und 20. Februar) wollte konkrete Antworten geben.

Die zweitägige Veranstaltung, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Digibuch“ am 19. und 20. Februar 2014 stattfand, widmete sich in sechs Vorträgen und zwei Podiumsdiskussionen der Vielfalt verschiedener Vermittlungsformen von Literatur. Mehr als 100 Teilnehmer waren in das Erlanger Kulturzentrum E-Werk gekommen.

Ursula Rautenberg, Inhaberin des Lehrstuhls Buchwissenschaft, eröffnete die Fachvorträge mit einem Ausflug ins Mittelalter und schilderte am Beispiel Walters von der Vogelweide, wie Minnesänger sich „verkaufen“ mussten, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Sandra Rühr, die zusammen mit Günther Fetzer die Tagung organisierte und leitete, ergänzte den historischen Rückblick mit einem Hinweis auf den Eventcharakter von Lesungen von Charles Dickens, der bereits im 19. Jahrhundert 2.500 Zuhörer in riesigen Sälen anzulocken wusste.

Der Eröffnungsvortrag „Die nächste Literaturvermittlung“ des Berliner Kulturwissenschaftlers Stephan Porombka (Freie Universität der Künste) skizzierte die Herausforderungen für Buchmarkt und Verlagskultur: Zentrale Aufgabe Literaturvermittlung als Teil eines Prozesses zu verstehen, der immer nur auf „das Nächste“ ziele: Jedes Ereignis in diesem Prozess sei ein nächster Schritt in einem „prinzipiell unsicheren Gelände.“ Die rege anschließende Diskussion verdeutlichte die Brisanz seiner Ausführungen.

Die Einflüsse des digitalen Zeitalters auf Literaturveranstaltungen der Frankfurter Buchmesse stellte der Buchwissenschaftler David Oels (Universität Mainz) in einen theoretischen Rahmen, den Katja Böhne (Frankfurter Buchmesse) mit vielen Bildbeispielen ausfüllte.

Sonja Vandenrath (Kulturamt Frankfurt am Main) beleuchtete in ihrem Vortrag mit dem Titel „Fatale Förderer“ einerseits die Bedeutung von Sponsoren und Stiftungen zur Förderung der Literatur und der Literaturvermittlung. Vandenrath kam auch auf die Gefahr zu sprechen, die aus der durchaus üblichen zeitlichen Begrenztheit der Sponsorentätigkeit und der versuchten Einflussnahme auf einzelnen Projekte entstehen kann.

In seinem mit Spannung erwarteten Schlussvortrag präsentierte Michel Clement, Professor für Marketing und Medienmanagement an der Universität Hamburg, Ergebnisse einer empirischen Studie zu Auswirkungen der Fernsehsendung „Lesen!“ von Elke Heidenreich auf die Absatzzahlen der empfohlenen Bücher. Sein zugespitztes Fazit: „Nur Wischiwaschi-Urteile haben keinen Effekt. Der Ankereffekt funktioniert, wenn der Kritiker pointiert wertet. Auch negative Urteile können zum Kauf reizen, auch Verrisse machen interessant.“

Die prominent besetzten Podiumsdiskussionen ergänzten die wissenschaftlichen Vorträge. Hier wurden Fragen aus der Praxis aufgegriffen: Neben dem Autor Ewald Arenz erörterten am ersten Tag Martin Bruch (Literaturbüro Freiburg), Anja Johannsen (Literarisches Zentrum Göttingen) und Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg) unter dem Titel „Kulturauftrag oder Autorenmarketing?“ die schwierige Gratwanderung der Literaturhäuser zwischen autonomer Programmgestaltung und der Gefahr, zu „Abspielstätten für die Spitzentitel der Verlage“ zu werden. Diese Frage hängt unmittelbar mit der Finanzausstattung der Häuser zusammen, die in Zeiten der Kürzung öffentlicher Mittel immer prekärer wird.

Um die Finanzsituation ging es auch in der zweiten Podiumsdiskussion, die den provokanten Titel „In der Masse liegt die Klasse“ trug. Bodo Birk (Poetenfest Erlangen), Claudia Floritz (Lesen! Fürth), die freie Festivalorganisatorin Friederike Moldenhauer (Nochtspeicher Hamburg) und Gesine Neuhof (Leipzig liest) stellten anhand vieler Beispiele die eindrucksvolle Bandbreite von Literaturfestivals dar – von der Massenveranstaltung anlässlich der Leipziger Buchmesse mit über 3.000 Einzelterminen (finanziert durch die ausstellenden Verlage) über das traditionsreiche Poetenfest (getragen von der Stadt Erlangen) bis zu kleinen, oft privat gesponserten Literaturfesten.

Abgerundet wurde die Vortragsreihe durch eine ein Stück gelebte Literatur: Autor Ewald Arenz (Verlag ars vivendi) las aus seinem zuletzt erschienen Roman „Ein Lied über der Stadt“.

Text: Anja Groß

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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