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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Blick in die gläserne Übersetzerwerkstatt 13.05.2014
Die Besucher der Düsseldorfer Tage zur Kunst des Übersetzens erwarten in Düsseldorf neben einem „Translation Slam“, Gespräche über die Kunst des Übersetzens, arabische Klänge und vieles mehr – bei freiem Eintritt.
Wörterbücher sind so hilfreich wie Lexika, wenn man sie zu lesen versteht. Benutzt man sie hingegen zur Eins-zu Eins-Übersetzung ohne Kenntnis des Kontextes, so kann man sein Gegenüber durchaus verwirren. Steht auf einem Schild in einem der neumodischen Kaffee-Treffs „Coffee to go!“ die deutsche Übersetzung „Kaffee zum geh!“, so fühlt man sich eigentlich schon hinauskomplimentiert. Oder wenn sich zwei Personen hinter einer Scheibe zu schaffen machen, die durch ein Schild verdeckt sind, „Sorry, we’re close“, so führt auch diese Nachricht zu falschen Schlüssen. Dabei handelt es sich hier nur um kleine Missverständnisse oder Ungereimtheiten in Alltagsdingen.

Weitaus komplexer geht es zu, wenn Romane oder gar Lyrik von einer Sprache in die andere übersetzt werden. Eine uns fremde Welt wird uns nahegebracht oder sie bleibt für uns unverständlich, verschlossen und kalt. Wie könnten wir verstehen, was in unserer globalisierten Welt passiert, wären wir nicht durch ausländische Literatur, die heute einen gewaltigen Raum in der Buchproduktion einnimmt und die uns andere Lebenswelten nahelegt, auf sie vorbereitet?

„Weltliteratur wird von Übersetzern gemacht“, befand der portugiesische Nobelpreisträger José Saramago. Erst durch die kreative Verwandlung eines Sprachkunstwerks in eine andere Sprache kann sich der Leser in der fremden ihm unbekannten Welt mühelos orientieren. Im Glücksfalle schafft der Übersetzer, der oft jahrelange mühevolle und schlecht bezahlte Hintergrundarbeit leistet und für den Leser zumeist unsichtbar bleibt, sogar ein neues Kunstwerk in der eigenen Sprache.

„Sprachwandeln. Düsseldorfer Tage zur Kunst des Übersetzens“ ? Blick ins Programm

Diese und eine Reihe anderer Erfahrungen hat die Kunststiftung NRW anlässlich ihres 25jährigen Bestehens dazu bewogen, die Übersetzer wie auch den Prozess des Übersetzens selbst in einem dreitägigen Symposium vom 21. Mai bis zum 23. Mai unter dem Titel: „Sprachwandeln. Düsseldorfer Tage zur Kunst des Übersetzens“ zu beleuchten. Zum Programm gehören

ein Blick in die Archive des Düsseldorfer Goethe-Museums und des Heinrich-Heine-Instituts
die Film-Vorführung eines Dokumentarfilms über die Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier
eine szenische Lesung mit Musik der neu entdeckten Sammlung „101 Nacht“. Wer die Arabistin Claudia Ott, welche für ihre Neuübersetzung der Geschichten aus „1001 Nacht“ gerühmt wird, schon einmal erlebt hat, weiß, dass sich bei ihren Auftritten ein ganzer arabischer Kosmos auftut.
Gespräche über die Kunst des Übersetzens
ein Blick in die gläserne Übersetzerwerkstatt. Besucher können den Übersetzern Peter Klöss und Jutta Wurm beim Übersetzen eines Bandes der Serie „Night School“ zusehen und sich einmischen.
In einer Podiumsdiskussion unter der Leitung von WDR-Moderator David Eisermann diskutieren renommierte Übersetzer wie Susanne Lange, und Jean-Pierre Lefebvre mit der Literaturkritikerin Ina Hartwig.
In einem Übersetzerwettstreit wird ein Nachwuchsstipendium für eine besondere Literaturübersetzung vergeben, gekrönt von einem „Translation Slam“ mit Preisvergabe (3.000 Euro) und einer anschließenden Feier.

Das Besondere: Alle Veranstaltungen richten sich an ein breites Publikum, der Eintritt ist deshalb auch kostenfrei. Die Projektpartner – repräsentiert durch Prof. Dr. Bernd Kortländer und Dr. Elisabeth Gerling – sind die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und deren Studiengang Literaturübersetzen, das Haus der Universität, das Heine-Haus, das Goethe-Museum Düsseldorf, das Heinrich-Heine-Institut, die Weltlesebühne sowie das Europäische Übersetzer-Kollegium Straelen.

Die seinerzeit von Johannes Rau gegründete renommierte Kunststiftung NRW, hier vertreten durch die Projektleiterin Dagmar Fretter, fördert spartenübergreifende Projekte aus den Bereichen Literatur, Tanz, Theater, Musik und Visuelle Kunst. Dabei spielen die Unterstützung des weltweit ersten und größten internationalen Arbeitszentrums für professionelle Literatur- und Sachbuch-Übersetzer in Straelen sowie die Vergabe des „Straelener Übersetzerpreises“ für die Kunststiftung eine wichtige Rolle.

Dass die Kunststiftung nun ihr Jubiläum nutzt und sich für die zumeist übersehenen und so wichtigen Übersetzer, die oft in mehreren Kulturen heimisch sind, stark macht, ist mehr als lobenswert, nicht zuletzt, weil ihre Leistungen in der Regel nicht ihrer Bedeutung entsprechend gewürdigt werden. Anders als für renommierte Autoren gibt es z.B. in Verlagen keinen Marketing-Etat. Bleibt zu hoffen, dass die Veranstaltung zu einem geänderten Verständnis beiträgt.

Petra Kammann

Quelle: Börsenblatt online

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www.boersenblatt.net

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