Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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"Das Buch nicht zu lesen, ist ein schweres Versäumnis" 13.10.2014
Krönender Abschluss des Samstagsprogramms der Weltempfangs-Bühne auf der Frankfurter Buchmesse war die Verleihung des LiBeraturpreises 2014 an die saudi-arabische Autorin Raja Alem ? für "Das Halsband der Tauben". Die Preisurkunde überreichte Messedirektor Juergen Boos.

Gekommen waren so viele Zuhörer, dass aus allen Ecken des Weltempfangs weitere Stühle herbeigeschafft werden mussten. Und die zahlreichen Übersetzungs-Kopfhörer reichten nicht für alle aus. Das alles zeigte den Stellenwert dieses schönen Preises, der von der Gesellschaft litprom mit Unterstützung der Frankfurter Buchmesse nur an Autorinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt verliehen wird. In diesem Jahr erhielt ihn Raja Alem für ihren Roman "Das Halsband der Tauben" (Unionsverlag , 2013), der unter anderem den aktuellen Wandlungsprozess der Stadt Mekka beschreibt. Insofern fügte er sich passend in den diesjährigen Schwerpunkt des Weltempfangs – "Urbanität und Megastädte" – ein.

Anita Djafari, die litprom-Geschäftsführerin, lobte in ihrer Begrüßung den "stets mutigen Unionsverlag", der das "dicke, sperrige Buch" von Raja Alem herausgebracht hat. Danach trug sie die Laudatio von Karl-Markus Gauß vor, der leider aus privaten Gründen verhindert war. Gauß legte darin die Schichten des komplexen, "überwältigend gut erzählten" Romans unter einzelnen Gesichtspunkten frei. Ein Roman, der Mythen und Legenden aufgreift und die Modernisierung der Stadt Mekka theamtisiert. Das alles verwoben mit einem Kriminalfall um eine nackte, unkenntliche Leiche in der Vielkopfgasse. Diese Gasse ist zugleich die Erzählerin der Geschichte, bei der es neben allem anderen auch vor allem um die Rolle des weiblichen Körpers in der islamischen Welt geht. Weiter sei auch die "satirische Energie" des Buches beachtlich. Den Roman "nicht zu lesen, ist ein schweres Versäumnis", schloss Gauß.

Messedirektor Juergen Boos überreichte im Anschluss die Preisurkunde an Raja Alem, las die Begründung der Jury vor, in der es unter anderem heißt "Das Halsband der Tauben" sei "sinnlich, polemisch und sehr gescheit". Diese Stelle "gescheit" gefalle ihm sehr gut, erklärte Boos. Raja Alem dankte Autoren, Verlegern und Lesern, allen Leuten, "die heute noch an das Wort glauben" ? und ihrem Übersetzer Hartmut Fähndrich, der mit zum Preis beigetragen habe ("Vielen Dank Hartmut").

Es folgte eine Gesprächsrunde, in der die Literaturkritikerin Claudia Kramatschek die Preisträgerin und ihren Übersetzer befragte. Dabei ging es unter anderem um den Stellenwert von Literatur und (der gar nicht wenigen) Autorinnen im arabischen Raum ? und um "Das Halsband der Tauben" (das Cover wurde ebenfalls von Alem erdacht, erfuhren die Zuhörer). Eines der wenigen Bücher von der Arabischen Halbinsel (Fähndrich: "Praktisch ein weißer Fleck auf der literarischen Landkarte"), das den Weg ins Deutsche schaffte. Alem betonte, dass es in ihrem Text nicht nur um Frauen gehe, die nach Freiheit streben, sondern um alle, die anstreben, "das sein zu können, was man ist". Allerdings verstehe sie sich nicht als politische Autorin, machte sie klar.

Hartmut Fähndrich, 2004 mit dem Übersetzerpreis der Arabischen Liga ausgezeichnet, schilderte seine Etappen bei der Übertragung des Buches ? beginnend beim ersten Erschrecken ("Was steht da eigentlich drin?"). Alem hob die immense die Mühe hervor, die sich Fähndrich gemacht habe, ergänzte aber: "Die Arbeit mit Hartmut war anstrengend". Manches Mal habe sie mit Fähndrich eine Woche über ein Wort debattiert. Und manchmal sei ihr der Gedanke gekommen, den Verleger um einen anderen Übersetzer zu bitten, gesteht sie ein. Glücklicherweise ist es dazu nicht gekommen. Insgesamt beanspruchte die Übersetzung eineinhalb bis zwei Jahre. "Das Ergebnis ist sehr schön", freute sich Alem. Dem kann man sich nur anschließen.

Zum LiBeraturpreis

Der LiBeraturpreis, der 1987 initiiert wurde, wird seit zwei Jahren von der Gesellschaft Litprom mit Unterstützung der Frankfurter Buchmesse vergeben. In diesem Jahr wurde er bereits zum zweiten Mal auf der Weltempfangs-Bühne auf der Frankfurter Buchmesse überreicht.

Die Preisträgerin wird in einem zweistufigen Verfahren ermittelt: Grundlage ist die Litprom-Bestenliste Weltempfänger, die von einer Jury erstellt wird. Aus den darin enthaltenen Titeln von Autorinnen (sechs standen für den Preis 2014 zur Wahl) bestimmen die Mitglieder von Litprom und des Anderen Literaturklubs dann die Preisträgerin.

mg

Quelle: Börsenblatt online

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www.boersenblatt.net

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