Der himmelblaue Schmengeling
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„Ich werde meinen Stift weiter in die Hand nehmen“ 16.01.2015
Verdunkelte Webseiten, Geldspenden und bislang rund 2.500 Unterzeichner der Solidaritätsaktion angesichts der Terroranschlägen auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris: Der Aufruf des Börsenvereins für den Buchhandel, für Toleranz und die Freiheit des Wortes einzustehen, weitet sich aus – bis nach China: Friedenspreisträger Liao Yiwu und Ai Weiwei unterzeichneten auf sehr persönliche Weise den Appell des Branchenverbands.

Es sind hauptsächlich Vertreter der Buchbranche, die bei der Solidaritätsaktion des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Gesicht zeigen – von Bibliothekaren über Buchhändler, vom Karikaturisten bis zum Verleger, aber auch Privatpersonen und Autoren, unter ihnen Günter Walraff, haben bereits auf wirsindcharlie.de unterschrieben – minütlich werden es mehr, wie der Börsenverein auf Nachfrage mitteilt.

Kaum ein mittelgroßer oder Konzernverlag, der nicht das schwarze Banner auf seiner Startseite führt. Auch das Börsenblatt haben zahlreiche Stimmen erreicht, aus dem Buchhandel, von zahlreichen Karikaturisten und Cartoonisten und von Verlagsseite. Das heute erscheinende Börsenblatt erscheint aus traurigem Anlass mit einem Faltplakat „Je suis charlie“ – für Aktionen und um denen helfen ein Zeichen zu setzen, die das möchten. Nicht nur in Frankreich gibt es inzwischen auch eine Kampagne #jenesuispascharlie (dt: Ich bin nicht Charlie), deren Aktivisten sich vor allem von den „falschen Freunden“ der Charlie Hebdo-Redaktion distanzieren will aus Angst, dass das Entsetzen und der Widerstand instrumentalisiert werden könnten. Die Lager sind hier nicht immer eindeutig zu unterscheiden.

Auf der AG Publikumsverlage wurde heute eine Resolution verabschiedet.

Ai WeiWeiAi WeiWei© privat

Der chinesische Künstler Ai Weiwei unterzeichnete den Apell und schickte dem Börsenverein ein Foto. Sein Landsmann, Friedenspreisträger Liao Yiwu sandte mit seiner Unterzeichnung folgendes Gedicht an den Börsenverein:

Liao YiwuLiao Yiwu© Stefan Gelberg / S. Fischer Verlag

Für die zwölf Kollegen von Charlie Hebdo

Von Liao Yiwu
Übersetzt von Martin Winter

Freiheit des Wortes, des Ausdrucks. Das ist unser Glaube, der Glaube jedes Schriftstellers, die 12 Kollegen von "Charlie Hebdo" sind dafür gestorben. Für den Glauben der Autoren- nein, den Glauben eines jeden freien Menschen.
Hast du jemals gezittert? Ja, ich habe gezittert.
Ich zittere noch immer. Aber ich nehme noch immer den Stift in die Hand.
Terroristen und Terrorregime halten uns für Terroristen, selbst wenn niemand von uns eine Waffe in der Hand hält.
2012 erhielt Mo Yan, der an Mao Zedong und die Kommunistische Partei Chinas glaubt, den Nobelpreis für Literatur. Vor den versammelten westlichen Medien sagte er, Zensur sei wie die Sicherheitskontrolle am Flughafen, jeder müsse da durch. Damit hat er freiheitsliebende Autoren, und alle Menschen, die für die Freiheit des Ausdrucks bezahlen, mit Flugzeugentführern verglichen.
Nein, sie sind die Flugzeugentführer! Sie halten Länder und Religionen als Geisel, sie wollen am Ende alle Menschen ihrer Freiheit berauben. Wenn du ihnen nicht deine Freiheit des Wortes, des Ausdrucks herausgibst, verfolgen sie dich auf Schritt und Tritt wie ein Albtraum, über alle Grenzen der Erde hinweg.

Gestern haben Terroristen mit einem wahnsinnigen Massaker auf Pariser Kollegen geantwortet, die sich ihrer fundamentalistischen Zensur nicht unterworfen hatten. Vorher hatten sie Paketbomben geschickt, zur Warnung.

Haben die zwölf Kollegen in Paris gezittert?
Ja, ich glaube schon. Ihr Zittern ist wie ein Virus, es hat mich befallen.

Vielleicht werde ich weiter zittern, vielleicht noch lange, aber ich werde weiter meinen Stift in die Hand nehmen.
Genau wie vor 26 Jahren, in der Nacht des Tiananmen-Massakers.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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