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Gründer in der Eiger-Nordwand 21.06.2015
Startups und Buchbranche – da geht was! Zu den Buchtagen wartete der Startup Club mit einem proppenvollen Programm auf – vom Pitch auf großer Bühne über Speed-Datings und einen Workshop bis zum "Blitzkurs" mit Gründer-Papst Günter Faltin.

Die Glocke im Kuppelsaal des Berliner Kongresszentrums ist unerbittlich: Drei Minuten haben Klaus Rössler und Stefan Fischerländer, ihr Startup dem Publikum und einer Fachjury vorzustellen. Dabei gäbe es über bookvibes, ihre App, die Emotionen aus Büchern extrahiert, einiges zu erzählen. "Mit unserer Webanwendung können wir die emotionale DNA jedes Buchs bestimmen – und so ein Netzwerk aus Lesern, Händlern und Autoren schaffen." In der Startphase konzentriert sich bookvibes auf Thriller; Buchhändler etwa können die App auf ihrer Website einbinden, automatisch individuelle "Büchertische" oder Playlists erstellen – jenseits der sonst aus Empfehlungslisten generierten, zwangsläufig auf Bestseller führenden "Filter-Bubble".

Aufmerksame Juroren: Günter Faltin, Jochen Grieving, Jürgen Harth (v.l.) © Nils Kahlefendt

Die Jury ist von dem, was Rössler und Fischerländer gewitzt "Emotional Internet of Things" nennen, ziemlich begeistert: Buchhändler Jochen Grieving (Transfer, Dortmund) würde die App am liebsten gleich testen ("das Beste, was ich bislang unter Community-Aspekten gehört habe"), Jürgen Harth (Hanser) bittet spontan um einen Besuch in München und auch Gründer-Papst Günter Faltin hebt den Daumen. Nun kommt die Kärrnerarbeit: Bookvibes steht unmittelbar vor der Open-Beta-Phase, das System steht – was fehlt, ist ein schickes Interface, das die ausgeklügelten Funktionen möglichst einfach an die Rampe bringt.

In Berlin präsentieren die bookvibes-Macher mit fünf weiteren Startups – der Literaturplattform Lituro, den E-Learning-Plattformen L-Pub, Repetico und Brainyoo sowie der Crowdsurcing-Innovation-Community PhantoMinds. Die große Bühne zeigt nicht zuletzt: Die jungen Düsentriebs werden wahr- und: ernst genommen! Bookvibes, die frischgebackenen Mitglieder im Startup Club des Börsenvereins, die ihre ersten Schritte in der von Forum Zukunft und AKEP gestarteten Initiative protoTYPE gingen, sind zudem ein Beispiel, wie aus zarten Projektpflänzchen ernsthafte Geschäftsideen reifen können. Über vier Jahre konnten Vor- und Querdenker der Buch- und Medienbranche bei protoType ihre Ideen jeweils sechs Monate bis zur Projektreife vorantreiben. Was wurde gelernt? Wie kann es weitergehen? Okke Schlüter (HDM Stuttgart), der den Prozess mit Miriam Hofheinz (Bookwire), Volker Oppmann (LOG.OS) und Harald Henzler (smart digits) als Experte begleitete, wagte eine Zwischenbilanz: protoType hat sich als eine Art "Barometer" für die Branche erwiesen, Themen aufgegriffen, die quasi "in der Luft lagen". Die engagierten Tüftler haben "Strukturlösungen" in den Blick genommen, die oft wenige Zeit später auf den Markt kamen – nicht selten von anderen Firmen, da es mal an Manpower, mal am lieben Geld fehlte. Die Initiative des Verbands, so Schlüter, sei dennoch "goldrichtig" – und sollte auf neuem Level weitergeführt werden: "Innovation bleibt ein Schlüsselthema – aber wir brauchen einen neuen Rahmen." Über die Ausgestaltung dieser Plattform denkt Dorothee Werner, die als Leiterin der Abteilung Unternehmensentwicklung beim Börsenverein protoType mitangeschoben hat und auch den Startup Club verantwortet, gemeinsam mit dem AKEP nach. An einem Netzwerk für Innovationen, an einem Branchen-Inkubator wird kräftig geschraubt – Verbündete sind hochwillkommen. In Berlin wanderte statt eines Klingelbeutels ein Visitenkarten-Karton für Dialog-Interessenten durch den Saal: Er füllte sich rasch.

Speeddating © Nils Kahlefendt

"Als Gründer sind Sie in der Eiger-Nordwand", schrieb Entrepreneurship-Professor Faltin den in Berlin versammelten Startups, neben vielen Tipps und Tricks, ins Stammbuch. "Ein Fehltritt kann der letzte sein." Doch sie sind auch eine Aktie auf die Zukunft. Dass die Branche Kultur und Geschäftsmodelle der jungen Gründer ernsthaft auf dem Radar hat, zeigten auch die beiden Berliner Speed-Datings, bei dem 17 Startups auf etablierte Marktteilnehmer trafen – in der Mehrzahl waren das Vertreter großer Verlagshäuser. Dass die Session, in der spezielle Lösungen für den stationären Handel vorgestellt wurden, nur von verschwindend wenigen Buchhändlern besucht wurde, ist schade – eine verpasste Chance. Wie Startups schnell Konzepte erstellen, diese flexibel anpassen, testen und gleichzeitig Mitarbeiter, Kunden und Investoren im Blick behalten sollen, mag manchem ein Rätsel sein. Günter Faltin ist überzeugt, dass "manche Alleinerziehende mehr Organisationstalent hat als viele Masters of Business Administration". Ob’s stimmt? Als Startup-Unternehmerin weiß Stefanie Krügl jedenfalls, dass Organisationskultur noch nie so entscheidend für den Erfolg einer Firma war wie in unseren digitalen Zeiten. Die gelernte Buchhändlerin und Mitbegründerin des Netzwerks HR Innovation bot gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel M. Richter für die Mitglieder des Startup Clubs einen Workshop an: Ein praxistaugliches Methoden-Toolkit, mit dessen Hilfe man rasch Konzepte entwerfen, aus verschiedenen Perspektiven betrachten und in der täglichen Arbeit kontinuierlich anpassen kann – manchmal wirkt es schon Wunder, das eigene Unternehmen in Lego-Steinen nachzubauen.

nk

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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