Burgturm im Nebel
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Hommage an Comic-Übersetzerin Erika Fuchs 12.08.2015
Daniel Düsentriebs Werkstatt, Donald Ducks Haus oder der Geldspeicher mit Talerbad: Comic-Fans können in einem neuen Multimedia-Museum auf 600 Quadratmetern die Welt von Entenhausen erleben. Das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale ist eine Hommage an Leben und Werk von Erika Fuchs, die fast 40 Jahre lang legendäre Übersetzerin des Micky-Maus-Magazins war.

Besucher können sich als Lautmaler versuchen und ausgewählte Szenen mit comictypischen Aussprüchen wie "Seufz" und "Zong" besprechen oder erfahren im Spiel mit Donalds Mimik die Wirkung kleinster Veränderungen im Gesichtsausdruck. Neben dem 130 Quadratmeter großen, begehbaren Entenhausen mit zahlreichen interaktiven Elementen beleuchten insgesamt sechs weitere Räume die lebendige Kunstform Comic aus verschiedenen Blickwinkeln. Unter anderem thematisiert etwa ein animierter Kurzfilm die Entwicklung des Comics, angefangen von den amerikanischen Zeitungsstrips bis hin zu Graphic Novels. Außerdem erzählen deckenhohe Illustrationen des preisgekrönten Zeichners Simon Schwartz das Leben von Erika Fuchs als biografischen Comic. Dazu laden Alliterations-Anreiz-Abteilung, Zitatwirbler und mahr dazu ein, die Sprache spielerisch zu erkunden.

Aus einer Mischung von Zitaten deutscher Dichter, Wortneuschöpfungen, zahlreichen Stilmitteln, Witz und flotter Jugendsprache prägte Dr. Erika Fuchs mit ihren Übersetzungen ganze Generationen. So gehen viele Kultsprüche wie etwa "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" auf das Konto der Übersetzerin und sogar der Inflektiv, also dem Verkürzen von Verben auf ihren Stamm wie bei "grübel, grübel und studier", wird ihr zu Ehren auch Erikativ genannt.

Als Wahl-Fichtelgebirglerin ließ sich Fuchs von ihrer Umgebung inspirieren und benannte Orte, Berge und Seen in den Übersetzungen nach realen Örtlichkeiten der Region. Daher gibt es nicht nur zahlreiche Parallelen zwischen ihrem Wohnort Schwarzenbach an der Saale und Entenhausen, sondern auch Orte und Namen wie etwa Schnarchenreuth oder Kleinschloppen finden sich in den Heften wieder. Das Museum für Comic und Sprachkunst ist täglich - außer montags - von 10 bis 18 Uhr geöffnet (Anfahrt: Bahnhofstraße 12, 95126 Schwarzenbach an der Saale). Speziell für Gruppen und Schulklassen gibt es entsprechend dem Alter und den Interessensschwerpunkten eigene Führungen. Dazu sind wechselnde Sonderausstellungen, zum Beispiel ab September die Werke der letztjährigen Gewinner des Max-und-Moritz-Preises zu sehen.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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