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Akif Pirinçci nicht lieferbar 27.10.2015
Ob im Buchhandel vor Ort oder im Netz: Als Konsequenz auf seine "KZ-Rede" zum Pegida-Jahrestag haben mehrere Verlage die Verträge mit Akif Pirinçci aufgekündigt, auch die belletristischen Titel sind im Buchhandel inzwischen fast nirgends mehr lieferbar.

Akif Pirinçci bezeichnet sich selbst als "Krawallautor" – mit seiner Hassrede in Dresden hat der deutsch-türkische Schriftsteller aus Sicht vieler Buchhändler nun eine rote Linie überschritten. Die Konsequenz: Der Buchhandel hat nicht nur Hetzschriften wie "Deutschland von Sinnen" und das aktuelle Buch "Die große Verschwulung" ausgelistet, auch die Katzenkrimis des Autors werden nach einer Umfrage des Börsenblatts von vielen Buchhändlern nicht mehr auf Lager geführt und auch nicht auf Kundennachfrage bestellt - auch buchhandel.de hat inzwischen acht Titel des Autors ausgelistet.

Inzwischen sind die Titel des Autors bspw. weder auf Amazon, Thalia.de, hugendubel.de, weltbild.de, buecher.de und auch auf ebook.de nicht lieferbar, sofern überhaupt Treffer bei der Suche ausgeworfen werden. Die Barsortimente KNV, Umbreit und Libri führen den Autor jedenfalls nicht mehr. Auch in den Filialen der Buchhandelsketten werden die Titel nicht mehr bestellt, sofern überhaupt eine Kundennachfrage besteht. Im inhabergeführten Buchhandel zumindest gab es kein Sortiment, das Interesse für die Titel bei den eigenen Kunden sieht. Dennoch erklärten mehrere Buchhandlungen, selbst im Falle eines Kundenwunsches diese Titel nicht bestellen zu wollen – dies erhärten auch ähnliche Umfragen verschiedener Tageszeitungen, etwa im "Westfälischen Anzeiger".

Für Aufsehen sorgte auch die Ankündigung eines Antiquars aus Hamm. Der Antiquar Friedhelm Nonte (58), Inhaber des Atrium-Buchpalasts, hatte angekündigt, am verkaufsoffenen Sonntag seinen Bestand von Akif Pirinçci öffentlich schreddern zu wollen. Nonte hatte laut "WA" nach zahlreichen "gut gemeinten Ratschlägen, aber auch wüsten Beschimpfungen" die Aktion schließlich abgesagt.

Nirgendwo Pirinçci?

Eine Ausnahme bilden ausgerechnet die Sachbücher des selbsternannten Krawallautors beim Manuscriptum Verlag: "Die große Verschwulung" und "Deutschland von Sinnen" sind auf der Verlagsseite noch lieferbar – Verleger Andreas Lombard hatte zuvor angegeben, nicht mehr mit Pirinçci zusammenzuarbeiten. Doch stattdessen verteidigte er in seinem eigenen Blog das Verlagsprogramm (inklusive seines eigenen Titels: "Homosexualität gibt es nicht"). Auf der Verlagsseite wird der Titel beworben mit den Worten "Sonst boykottiert, hier lieferbar" – es heißt weiter: "Akif Pirinçci ist ein zwar sprachmächtiger, aber alles andere als ein geschmackssicherer Autor. Letzteres hat er auch mit seinem Auftritt auf der Pegida am 19. Oktober in Dresden demonstriert. (…) In theatralischer Scheinempörung stellen die Medien nun, wie gewohnt, ihre Gesslerhüte und Springstöckchen für öffentliche Gehorsams- und Dressurübungen auf. Andere Verlage sind schon gehüpft. Wir täten das auch dann nicht, wenn wir die Zusammenarbeit mit Pirinçci nicht schon vor seinem Pegida-Auftritt beendet hätten."

Die beiden Bücher waren auch in der Börsenblatt-Ausgabe Nummer 42 beworben worden – was für erhebliche Kritik gesorgt hatte, u.a. durch den Quer Verlag und die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Der Verlag hat eine weitere Anzeige für eines der Bücher daraufhin abgelehnt, die Redaktion distanzierte sich von den Inhalten – Börsenblatt-Chefredakteur Torsten Casimir bezeichnete den Abdruck der Anzeige im Editorial der Folgeausgabe als "verkehrt".

Das Gebahren Pirinçcis zieht indessen weitere Kreise, nachdem bereits der Sachbuchautor und Journalist Alexander Glück angekündigt hatte, nicht länger mit Akif Pirinçci in einem Verlag sein zu wollen und der Edition Sonderwege / Manuscriptum den weiteren Vertrieb seines Buches "ADHS – Wie lebhafte Kinder für krank erklärt werden" untersagt hatte, kündigte auch Pirinçcis Websmaster die Zusammenarbeit auf.

Zwischenzeitlich wurde das Profil des Autors durch Facebook gesperrt, seit vergangenem Sonntag ist Krawall-Pirinçci aber wieder in gewohnter Manier im Netzwerk unterwegs.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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