Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Höflichkeit ist keine Schwäche 04.01.2016
Dauerhaftes Glück fällt einem nicht in den Schoß: Es ist eine Frage des Charakters, der Haltung und der Werte. An all dem kann man arbeiten. Neue Bücher über die Lebenskunst.

Mit Partnerschaft und Ehe verbindet man in der Regel Glück. Und dennoch scheitert heutzutage kaum etwas so häufig wie das "Abenteuer Beziehung". Warum? Dieser Frage geht der Psychotherapeut Josef Aldenhoff in seinem Buch "Ich und Du – warum? Was Beziehungen schwierig macht und wie sie gelingen können" nach (C. Bertelsmann, Februar 2016, 352 S., 19,99 Euro). "Unsere Vorstellungen von romantischer Liebe, tollem Sex, gutem gemeinsamen Altwerden – und das alles mit einer Person: Sie kommen im Logbuch der Evolu­tion nicht vor", erklärt Aldenhoff. Mit seiner "Gebrauchsanleitung für die Liebe" möchte der Autor amüsant, gleichzeitig ernsthaft und kompetent begreiflich machen, worauf wir uns mit der Liebe ein­lassen und wie wir lebenslang an einer ­guten Beziehung arbeiten können.

"Scheidungen sind ungesund", meint der Mediziner und Journalist Werner Bartens. Denn: "Die Ehe sowie ein gro­ßer Freundeskreis fördern die Gesundheit und verlängern das Leben." Bartens macht einen Grundwiderspruch in unserer Lebensgestaltung fest: Hoch motiviert gehen wir Probleme an, wollen sie lösen – und scheitern doch oft. In "Fühl! Dich! Wohl! 333 Rezepte für ein langes und gesundes Leben" (Droemer, März 2016, 336 S., 19,99 Euro) plädiert er für die kleineren Veränderungen, die sich im Alltag besser und nachhaltig umsetzen lassen. Etwa: Täglich ein Kuss am Abend wirkt erquickend und labend. Der Mensch ist ein rituelles Tier – deswegen darf er kleine Marotten ruhig pflegen, denn sie geben Sicherheit. "Sich selbst der beste Freund sein", ist auch nicht schlecht. So hat man zumindest einen, auf dem man sich verlassen kann. Mit seinen meist nur zwei Seiten langen Rezepten liefert Werner Bartens kluge Denkanstöße, um das Leben lebenswerter zu gestalten.

Es gibt zufriedene Zeitgenossen und unzufriedene. Dieser kaum überraschende Befund hat die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt moti­viert, die Sache näher zu beleuchten. In "Zufriedenheit. Wie man sie erreicht und warum sie lohnender ist als das flüchtige Glück" (dtv, Mai 2016, 256 S., 14,90 Euro) stellt sie die nach Glück has­tenden Menschen vor und zeigt, dass "Body- und Mind-Optimierer" lang­fristig das Nachsehen gegenüber eher genügsamen, einsichtigen und friedvollen Menschen haben.
Christina Berndt hat darüber hinaus einen umfangreichen Selbsttest erarbeitet, mit dem jeder Leser herausfinden kann, wie es um seine eigene Zufriedenheit bestellt ist. Sicher, Unzufriedenheit ist auch eine Charaktersache. Aber man kann lernen, zufriedener zu leben. Chris­tina Berndt zeigt Wege dazu auf, bringt Beispiele aus der Wissenschaft und bietet zum Schluss ihres Buchs ein "konkretes Zufriedenheitstraining" an.

Können auch Führungskräfte und Spitzenmanager zufriedene Menschen sein? Der niederländische Autor Jo ­Kessels ist davon überzeugt. Er hat Philosophie studiert, betreibt eine philosophische Praxis und möchte sein Wissen im Buch "Das Sokrates-Prinzip. Ein philosophischer Ideengeber zur Lebensgestaltung" ­weitergeben (dtv, April 2016, 240 S., 14,90 Euro). Sokrates, so Kessels, sei auch ein Praktiker gewesen. Und so macht Kessels Themenfelder fest, die auf der sokratischen Lehre aufbauen: Erkenne dich selbst! Soll heißen: Erkenne deine eigenen Fähigkeiten und stärke sie. Gehe auf andere offen zu! Die Kunst der Gesprächsführung ist erlernbar. Jo Kessels geht es nicht um die Fähigkeit des listigen Überredens oder der hemmungslosen Selbstdarstellung, sondern darum, sein Ich im Verband mit den anderen richtig zu positionieren.

Einer Studie aus den USA zufolge haben höfliche Menschen mehr Sex und verdienen mehr Geld. Dieses Ergebnis macht Rainer Erlinger nachdenklich. Denn Höflichkeit ist nicht Selbstzweck, sondern eine Lebenseinstellung. "Höflichkeit ist Verhalten, in dem sich die Achtung für den anderen ausdrückt", so der Autor. Damit reicht sie weit über Benimmregeln oder Vorschriften einer Etikette hinaus. Mit Witz und Scharfsinn beschreibt Erlinger in seinem Buch "Höflichkeit. Vom Wert einer wertlosen Tugend", was Höflichkeit mit Alltag, Religion, Mann und Frau zu tun hat – und dass Höflichkeit Menschen provozieren kann, nämlich diejenigen, die Höflichkeit für eine Schwäche halten. Das sind allerdings Menschen, die meist wenig Rückgrat haben (S. Fischer, März 2016, 256 S., 19,99 Euro).

"Ich werde dafür bezahlt, ein narzisstischer Wichtigtuer zu sein." Mit diesen Worten provoziert der populäre Kolumnist der "New York Times", David Brooks, seine Leser. Aber er weiß, was er tut. In seinem Buch "Charakter. Die Kunst, Haltung zu zeigen" (Kösel, 475 S., 24,99 Euro) geht er von zwei Grundcharakteren aus: "Adam I" und "Adam II". Der erste Adam ist heute wohlbekannt: Er ist karriereorientiert, zielstrebig, will aufbauen, erschaffen, herstellen. Der zweite Adam ist ethisch und moralisch orientiert, er strebt nach einem gefestigten Bewusstsein von Recht und Unrecht.
Eigentlich ist David Brooks ein Fall von "Adam I". Doch in seinem Buch setzt er auf den anderen Adam. Warum? Die Sache ist an sich einfach: Für die Gemeinschaft, im Kleinen wie im Großen, ist "Adam II" der weit wertvollere Charakter. Und in einer globalisierten Gesellschaft, in der es verstärkt um Verantwortung geht, ist er dringender denn je vonnöten. David Brooks schildert einfühlsam und mit Verve Menschen von Augustinus bis zum Bürgerrechtler Bayard Rustin, die als "Adam II" extreme Charakterstärke bewiesen haben. Solche Menschen wissen auch, wie wichtig es ist, Schuld vergeben zu können.

Hier kommt die Philosophin Svenja Flaßpöhler mit ihrem neuen Buch ins Spiel. "Verzeihen. Vom Umgang mit Schuld" (DVA, März 2016, 220 S., 17,99 Euro) setzt mit einem sehr persönlichen Erlebnis ein: Als die Autorin noch ein kleines Mädchen war, verließ ihre Mutter die Familie – ohne Reue, scheinbar ohne Schuldgefühle. Wie geht man damit um? "Wer im eigentlichen, reinen Sinn verzeiht, stellt keine Bedingungen, erwartet keine Gegenleistung, überlegt nicht, ob sich sein Verzicht auf Vergeltung lohnt", meint die Autorin. Die Vergebung hat etwas Zweckfreies an sich und wird so zur menschlichen Tat.
Svenja Flaßpöhler geht dem "Bösen" und der bösen Tat nach und fragt, ob Liebe eine notwendige Voraussetzung für das Verzeihen sei. Oder besteht wahres Verzeihen in einem "aktiven Vergessen"? Wie auch immer, diese genaue, umfangreiche und gut lesbare ­Studie bietet für jeden Interessierten ­Inspiration.
An wichtigen Büchern zur sinnvollen Lebensgestaltung – das zeigt der Blick auf aktuelle und kommende Titel – mangelt es jedenfalls nicht.

Quelle: Börsenblatt online

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