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"Das Bildungssystem ist an allen Stellen gefordert" 20.02.2016
Das Thema, das zurzeit Politik, Medien und Talkshows dominiert, beherrscht auch die Bildungsmesse Didacta, die noch bis zum 20. Februar in Köln stattfindet: die Flüchtlinge. Das gilt auch für die Bildungsmedienanbieter, die derzeit in besonderer Weise gefordert sind.

Philipp Haußmann, Vorstandssprecher der Ernst Klett AG, sieht das "Bildungssystem an allen Stellen gefordert – vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung". Nicht nur die Schule, sondern auch Bildungseinrichtungen wie Volkshochschulen, Sprachschulen und Sprachunterricht durch Ehrenamtliche seien betroffen und benötigten geeignete Materialien. Die Klett Gruppe könne das gesamte System überschauen und bedienen, so Haußmann. Was bei der Zuwanderung von Flüchtlingen aus Syrien und angrenzenden Ländern zunehmend in den Vordergrund rücke, sei die Alphabetisierung: Viele Flüchtlinge beherrschten nicht die arabische Schrift, geschweige denn das lateinische Alphabet. Für die Klett-Unternehmen PONS, Ernst Klett Verlag und Ernst Klett Sprachen gibt es also zurzeit alle Hände voll zu tun – und für Themengebiete wie Deutsch als Zweitsprache werden aktuell auch Spezialisten gesucht.

Klett verstärkt auch sein Engagement auf anderen Geschäftsfeldern, vor allem im Hochschulbereich. Zusätzlich zu den Fernschulen und Fernhochschulen kauft die Verlagsgruppe derzeit Unternehmen, die Hochschulen mit Präsenzunterricht an bestimmten Standorten anbieten. Erst im Januar gab Klett bekannt, die Cologne Business School mit Standorten in Köln und Mainz sowie die Europäische Fachhochschule (EUFH) in Brühl, Neuss, Aachen und Rostock erworben zu haben. Die Klett Gruppe will die Präsenzaktivitäten im Hochschulbereich weiter ausbauen. Mittelfristig könnte der Hochschulbereich zusammen mit den Präsenzeinrichtungen etwa die Hälfte des gesamten Umsatzes der Gruppe ausmachen.

Neben den klassischen Schulbuchverlagen haben die Sprachenverlage ihr Angebot – nicht erst seit der Flüchtlingskrise – deutlich ausgebaut. So bietet der Hueber Verlag nicht nur seine "Erste-Hilfe-Deutsch"-Reihe für Ankömmlinge, sondern auch die Reihe "Schritte plus" für Integrationskurse sowie die Reihe "Beste Freunde" für den Schulunterricht. Auch auf dem Feld digitaler oder hybrider Medien bietet Hueber Innovatives – so beispielsweise eine Augmented-Reality-App für das Lehrbuch "Schritte Plus", mit der man Hörbeispiele und Videos aktivieren kann. Um Lehrer besser beraten zu können, richtet Hueber zusätzliche Informationszentren in Buchhandlungen ein.

Auch bei den anderen Verlagen gibt es auf der Didacta Neuigkeiten zu bewundern: Klett bietet Schulbücher als interaktive E-Books ("eBook Pro") an, die auf dem Layout der Bücher aufsetzen. Westermann präsentiert sein erstes interaktives Schulbuch "Denken und Rechnen Interaktiv", das webbasiert ist und den Inhalt des Buchs in einer Optik wiedergibt, die sich vom Layout löst und E-Learning-Modulen ähnelt, wie man sie von Lernsoftware kennt.

Westermann hat seinen Messe- und Markenauftritt komplett erneuert: In Köln sind die Messestände wie bisher in die verschiedenen Bildungsbereiche untergliedert (Grundschule, Gymnasium usw.), darüber sind überall Banner mit der Dachmarke "Westermann Gruppe" angebracht. Damit soll auf den Messen und generell in der Außenkommunikation das Gemeinsame aller Marken (Diesterweg, Schöningh, Schroedel, Westermann, Winklers etc.) betont werden.

Die Cornelsen Gruppe ist in Köln ebenfalls mit einer Reihe von Angeboten für Flüchtlinge vertreten, darunter Gratis-Lehrbücher für den Deutschunterricht und ein Kreativpaket mit spielerischem Spracheinstieg. Die Online-Lernplattform Scook, ebenfalls prominent mit einem eigenen Stand vertreten, ist um einen kostenlosen Service für den differenzierten Unterricht ("Diagnose und Fördern") erweitert worden.

Sosehr das Flüchtlingsthema derzeit die Szene beherrscht, schreitet die Digitalisierung im Bildungsbereich weiter voran, auch wenn aus der anfänglichen "Revolution" inzwischen eine (nicht weniger spannende) "Evolution" geworden ist. Digitale oder integrierte Medien für den Unterricht sind vorhanden; woran ihr Einsatz bisher scheitert, ist die fehlende Infrastruktur und Geräteausstattung in den Schulen. Eine flächendeckende Initiative der Länder würde genügen, um dies zu ändern. Wenn es dahin kommen sollte, würden die Schalter in den Verlagen ziemlich schnell umgelegt. Digitale Medien hätten dann am Schulbuchgeschäft einen wesentlich höheren Anteil. Noch unklar ist allerdings, ob es geeignete Erlösmodelle für das digitale Geschäft gibt. Da ist Innovation auf einer anderen Ebene gefragt.

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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