Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten
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Leidet der Handel unter den Blogger-Relations der Verlage? 21.02.2016
Mittlerweile sind auch immer mehr Blogs in den Verteilern der Verlage, um kostenlose Rezensionsexemplare zu erhalten. Doch wie sieht's im Handel aus? Müssen die Sortimenter deshalb zurückstecken? Wir haben nachgefragt.

Ute Hentschel, Buchhandlung Hentschel, Burscheid:

"Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Leseexemplare breit gestreut werden, und wenn Blogger positive Werbung für Bücher machen. Allerdings ist die Qualität der Blogs leider auch sehr unterschiedlich. Problematisch wird es aber, wenn wir Buchhändler, die die Titel vor Ort verkaufen, nicht mehr bei Leseexemplaren berücksichtigt werden. Bei mir ist das nicht der Fall, aber ich habe schon von anderen Buchhändlern über solche Fälle gehört, wo Verlage sich geizig gezeigt haben. Wir brauchen die Leseexemplare für unsere Arbeit und bei Titeln wie "Altes Land" waren wir Buchhändler es, die diese zum Bestseller gemacht haben. Das war nur durch das Leseexemplar möglich, das wir bekommen haben. Es wäre wichtig, dass Verlage beim Verteilen der Bücher auch auf die Qualität von Blogs achten."


Dennis Holtvlüwer, Buchhandlung Viola Taube, Nordhorn:

"Wir haben keine Probleme an die Leseexemplare zu kommen, die wir haben wollen. Das liegt vermutlich auch am langjährigen Kontakt zu den Verlagen. Daher ist das kein Thema für uns. Und die Verteilung von Leseexemplaren an Blogger ist doch auch vernünftig. Es gibt keine besseren Multiplikatoren im Netz. Das ist für mich mit dem Online-Journalismus gleichzusetzen. Und warum sollten nur große Medien wie Spiegel-Online die Leseexemplare bekommen."

Natalie Puttkammer, Schiller Buchhandlung, Stuttgart:

"Wir haben da noch nie Probleme gehabt. Wir informieren uns über die Neuheiten im jeweiligen Programm und bestellen dann gezielt die Leseexemplare beim zuständigen Vertreter, der meist froh ist, wenn seine Titel gelesen werden. Dass es ein Leseexemplar mal nicht gab, passiert nur sehr selten. Und dass Blogger Werbung für das Buch machen, kann doch nicht ganz verkehrt sein. Es ist gut, wenn über Bücher gesprochen wird."

Thomas Pagel, Hähnelsche Buchhandlung, Hachenburg:

"Ich versuche immer gezielt an Leseexemplare zu kommen, um nicht davon zugeschüttet zu werden. Und die Verlage sind sehr schnell bereit, die gewünschten Titel zu versenden. Da gab es bei uns noch nie Probleme. Aktionen wie bei Bastei Lübbe finde ich extrem ärgerlich und hoffe, dass so etwas nicht Schule macht. Was die Blogs selbst angeht, gab es noch keinen Kunden bei uns, der wegen eines solchen Tipps ein Buch gekauft hat. Ich lese selbst Blogs und die meisten sind leider lausig schlecht. Da müssen sich die Verlage fragen, ob das wirklich Werbung für sie ist."


Dieter Dausien, Buchhandlung am Freiheitsplatz, Hanau:

"Ich habe nicht das Gefühl, dass die Verlage mit ihren Leseexemplaren haushalten und im Gegenzug diese anders verteilen. Wir bekommen in der Regel das, was wir haben wollen, von den Verlagen. Ich konnte da keine Veränderungen feststellen. Häufiger werden E-Books in diesem Rahmen angeboten, die aber nicht die Wirkung entfalten wie ein gedrucktes Buch. Blogs selbst sind natürlich total subjektiv und auch ein Stück Selbstdarstellung der Blogger. Aber es ist gut, wenn über Bücher gesprochen wird und wenn diese Art von Werbung ihre Wirkung entfaltet, kann es uns als Branche doch nur recht sein."


Jörg Bremser, Köhl Die Buchhandlung, Erftstadt:

"Das ist für uns kein Thema, die Leseexemplare, die wir haben wollen, bekommen wir ohne Probleme. Auch sonst bekommen wir genügend Leseexemplare angeboten, da gab es keine Veränderung. Wir arbeiten auch mit Bloggern zusammen, die zu unseren Veranstaltungen kommen und Werbung für uns machen. Ob das wirklich mehr Umsatz oder Frequenz bringt, ist allerdings nur schwer messbar."


Peter Peterknecht, Buchhandlung Peterknecht, Erfurt:

"Ich erkenne da überhaupt keine Problemstellung. Ich habe keine Angst, dass ich zu wenig Leseexemplare bekomme. Und jeder Blogger, der über Bücher schreibt, ist doch ein wunderbarer Multiplikator. Und es gibt bei uns im Geschäft inzwischen viele Kunden, die auf solche Blogs und deren Buchtipps reagieren und bei uns ein Buch kaufen. Nur die eigenen Blogs der Buchhandlungen stellen sich teilweise als schwierig heraus. Wir selbst haben da zu wenig personelle Ressourcen und verzichten daher auf den eigenen Blog."


Jörg Knoblauch, Erzgebirgs-Buchhandlung, Annaberg:

"Wir bekommen nach wie vor genügend Leseexemplare von den Verlagen und können uns nicht beschweren. Was die Tipps der Blogs angeht, spüren wir in der Buchhandlung nur sehr wenig. Da spielen Fernsehen und Zeitungen eine größere Rolle. Nur einmal bei einem Blog zum Brot backen von einem Blogger aus der Region mit entsprechenden Backbüchern hat ein Blog bei uns Wirkung gezeigt."


Annette Jungjohann, Hauffes Buchsalon, Remagen:

"Wir bekommen immer noch genug Leseexemplare von den Verlagen, auch das nachdem man speziell nachfragt. Bei den jungen Literaten sind die Verlage großzügiger, bei den etablierten muss man schon mal anfragen wegen Leseexemplaren. Das ist wichtig für uns, da man das was man verkauft, auch gelesen haben sollte. Bei den Blogs sehe ich keine direkten Auswirkungen auf den Umsatz. Ich verfolge selbst einige Blogs wie Lesefieber oder den Blog zum Deutschen Literaturpreis. Auffällig ist, dass immer weniger Mädchen ab zwölf Jahren zu uns kommen. Da könnte es sein, dass die sich über Blogs informieren und dann direkt online bei Amazon kaufen."


Kurt Idrizovic, Buchhandlung am Obstmarkt, Augsburg:

"Ich brauche als Buchhändler Leseexemplare für meine Arbeit und finde das entsprechend wichtig. Bislang gab es aber noch keine Probleme an Leseexemplare zu kommen. Außerdem hängt mein Bestellverhalten auch von dem ab, was ich vorher gelesen habe. Ansonsten finde ich bei Bloggern durchaus auch Anregungen für meine Arbeit – vorausgesetzt der Blog ist gut gemacht und verfügt über eine hohe Qualität. In Augsburg gibt es zum Beispiel einen Bibliothekar, der einen eigenen Blog hat und mit dem ich auch im persönlichen Austausch stehe. Ich sehe die Literaturblogs als gute Ergänzung."

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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