Der Cousin im Souterrain
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Deutscher Buchpreis: Die im Schatten sieht man nicht 31.08.2008
"Es ist wohlfeil, zu suggerieren, es gäbe Jahr für Jahr eine ungeheure Zahl herausragender Werke", meint BÖRSENBLATT-Redakteur Holger Heimann.

Wie viele wirklich bemerkenswerte Romane gibt es im Jahr: 100? 1000? Oder doch nur 20? So viele hat nunmehr zum vierten Mal eine Jury für die Longlist zum Deutschen Buchpreis ausgewählt. Begleitet wurde diese Vorrunde bislang noch immer von Klagen, dieses und jenes Buch hätte doch unbedingt auch auf die Liste gehört. In diesem Jahr sind Gegenvorschläge kaum zu hören, kein Aufruf, sich noch zu korrigieren, kein Vorwurf der Inkompetenz an die Jury.

Laut wurde aber wieder einmal die Befürchtung, dass die Fokussierung auf 20 Titel – so willkommen und hilfreich sie für jeden einzelnen davon ist – ein schlechter Dienst sei für die übrige Literatur. Die übrige Literatur? Die Zahl von 14.056 literarischen Novitäten wurde jetzt genannt. Und das hört sich natürlich dramatisch an. Soll es auch: 14.056. Und daneben 20. Fragen schwirren umher: Was maßt sich die Jury bloß an? Welch eine Idee überhaupt, dieser vom Börsenverein ausgedachte Buchpreis?
Wenn schon gerechnet werden soll, dann bitte genau: Von den im vergangenen Jahr gezählten 14.056 literarischen Novitäten kommt nur ein Teil für den Vergleich infrage, deutschsprachige Romane nämlich. Der Buchpreis lenkt den Blick auf 20 von diesen, er verstellt ihn nicht auf übersetzte Werke, nicht auf Lyrik, Erzählungen, Dramatik oder erzählte Autobiografie.

Zahlenakrobatik hilft hier ohnehin nicht weiter. Vielleicht aber die ehrliche Erinnerung: Wie viele herausragende deutschsprachige Romane haben Sie im neuen Jahrtausend gelesen? Ja, da heißt es eine Weile nachdenken. Und feststellen: So viele Bücher sind das nicht, vielleicht nur eine Handvoll. Meisterwerke sind immer selten und selbst das, was ihnen nur nahe kommt.

Die Jury hat mehr als 160 Romane begutachtet, die Anzahl ergibt sich aus den Vorschlägen der einzelnen Verlage und den von der Jury zusätzlich angeforderten Titeln. Und wir dürfen getrost diese 160 als Obergrenze annehmen für das, was wirklich literarischen Rang beanspruchen kann – eher weniger als mehr. Denn unter den Einsendungen dürfte auch mancher Titel aus dem Selbstverlag sein, der für den Autor ergreifend und wichtig ist, aber aus gutem Grund nicht den Weg in ein Verlagsprogramm findet – dafür aber den zur Jury.
Selbst wenn die sieben Juroren, warum auch immer, einen Roman tatsächlich zu Unrecht als ungenügend bewerten, hat dieser noch lange nicht verloren. Ein nicht nominiertes, aber durchweg positiv oder sogar überschwenglich rezensiertes Buch – gern verbunden mit deutlicher Kritik an der Jury – wird dann eben an der Longlist vorbei zur besonderen Empfehlung für den Leser.

Es ist wohlfeil, zu suggerieren, es gäbe Jahr für Jahr eine ungeheure Zahl herausragender Werke. Und es ist umgekehrt riskant, zu behaupten, dass das meiste im besten Fall mäßig ist, weil man damit jene Mehrheit brüskiert, die dem strengen Maßstab nicht genügt. Aber bestätigen nicht eben dies unsere Leseerfahrungen: 20 gute deutschsprachige Romane pro Jahr – auch darunter natürlich bessere und schwächere – wollen erst einmal entdeckt werden. Es ist die Spitze, die auf und aus der Breite wächst. Auch insofern ist die Breite gut und notwendig. Adeln muss man sie deshalb nicht.

Quelle: Börsenblatt online

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www.boersenblatt.net

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