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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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60 Jahre Frankfurter Buchmesse: Kommerziell? Oder eher »Fesselnd«? 09.10.2008
Vor 30 Jahren wurde den Literaturagenten zum ersten Mal ein eigenes Zentrum auf der Buchmesse eingerichtet. Es scheint schon ein eigenes Volk zu sein, das sich dort versammelt – es hat sogar eine eigene Sprache. Oliviero Ponte di Pino kennt sich damit aus, denn seit Jahrzehnten ist er als Verleger und Journalist tätig. Ein Sprachkurs für Neulinge und Neugierige (in Auszügen):

»Schon seit Jahren besuche ich das Literary Agents & Scouts Centre. Es gilt das übliche Schema: halbstündige Sitzungen, immer eine nach der anderen. Und schrecklicher Kaffee in unglaublichen Mengen. Wir reden über Bücher. Und wir reden über Bücher. Und wieder über Bücher. Unser Lieblingsthema.
Im Zentrum sprechen anscheinend alle Englisch, die Universalsprache auf dem globalen Markt. Die Vokabeln und die Grammatik entsprechen in allem dem Sprachgebrauch anglo-amerikanischer Muttersprachler. …
Es war ein trauriger Tag, an dem ich endlich zur Einsicht kam. Die Sprache der Agenten, Verleger und Rechtefachleute hört sich zwar wie Englisch an, aber manche Wörter und Sätze bedeuten etwas anderes. Manchmal etwas ganz anderes. Ich brauchte eine Übersetzung. An diesem Tag begann ich, mein Wörterbuch für Messeenglisch zusammen zu stellen.

»Kommerziell« heißt: »Es ist Schund, verkauft sich aber gut«

»Wirklich kommerziell« heißt demgegenüber: »Es ist Schund, könnte sich aber schlecht verkaufen«

»Literarisch« heißt: »Ihnen gefällt's vielleicht, aber es ist kaum zu verkaufen«

»Experimentell« bedeutet: »Unlesbar (und natürlich auch unverkäuflich), aber vielleicht gefällt es einigen Kritikern«

»Schöne Beschreibungen« meint: »Langweilig und witzlos«

»Fesselnd« heißt: »Der Roman hat eine Handlung!«

»Sehr schön geschrieben« bedeutet: »Vielleicht finden sich hier und da ein paar Sätze mit mehr als sieben Wörtern«

»Jede Menge Interesse« meint: »Ich biete das Buch jedem Verleger an, der mir über den Weg läuft«

»Es ist mein einziges Exemplar« offenbart: »Ich habe keine Kopien gemacht, weil ich nicht dachte, ich könnte es gleich verkaufen«

»Es gibt kein anderes Buch zu diesem Thema« bedeutet: »Genau das Richtige für Fanatiker«

»Es ist völlig anders« soll optimistisch stimmen, denn das heißt: »Seine früheren Bücher haben sich nicht verkauft«

Und Vorsicht bei: »Gut geeignet für Promotion«. Will meinen: »Der Autor würde sich freuen, Sie in Ihrem Land zu besuchen – auf Ihre Kosten«

Quelle: Börsenblatt online

Links zu dieser Meldung:
www.boersenblatt.net

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