Die weltweite Rezession lĂ€sst die globale Medien- und Unterhaltungsindustrie erstmals seit Beginn der Internet-Revolution schrumpfen. Im laufenden Jahr werden die weltweiten Branchenerlöse gegenĂŒber 2008 um voraussichtlich 3,9 Prozent auf knapp 1,35 Billionen US-Dollar (952 Milliarden Euro) sinken. Diese Zahlen prognostiziert die WirtschaftsprĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrem "Global Entertainment and Media Outlook: 2009 - 2013".
Verantwortlich fĂŒr das Umsatzminus sei vor allem ein massiver Einbruch der Werbeeinnahmen, heiĂt es in der Studie. Nach dem deutlichen Einbruch der Werbeeinnahmen 2009 und einem weiteren erwarteten RĂŒckgang 2010 steigen die Erlöse in den kommenden Jahren nur allmĂ€hlich wieder an. Am stĂ€rksten betroffen sind Zeitungs- und Zeitschriftenwerbung mit weltweit mehr als 15-prozentigen ErlöseinbuĂen in diesem und immer noch einstelligen RĂŒckgĂ€ngen im nĂ€chsten Jahr. Auf Sicht der kommenden fĂŒnf Jahre sinkt der Werbeumsatz aller Medien der Studie zufolge um durchschnittlich 0,5 Prozent auf rund 467,3 Milliarden US-Dollar. Positiv entwickeln sich dagegen die Einnahmen aus Online-Werbung, die um jĂ€hrlich 7,7 Prozent auf 86,7 Milliarden US-Dollar zulegen werden. AuĂenwerbung, Online-Werbung und Werbung in Videospielen sind die einzigen Werbesegmente, die in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren wachsen werden.
"In einem stagnierenden Markt gewinnt die Internet-Werbung stetig an Bedeutung. Auf das stationĂ€re und mobile Internet werden 2013 rund 19 Prozent aller Werbeeinnahmen entfallen - 2008 waren es noch zwölf Prozent, im Jahr 2004 erst vier Prozent. Werbefinanzierte Medien mĂŒssen sich auf diese Entwicklung einstellen und ihre Inhalte online verfĂŒgbar machen, oder aber alternative Erlösquellen erschlieĂen", kommentiert Mackenroth.
"Die gegenwÀrtige Rezession trifft die Medienbranche hÀrter als alle vorausgegangenen. Sie stellt sogar die Krise nach dem Aus der New Economy zu Beginn des Jahrtausends in den Schatten. Denn nicht nur die Werbeeinnahmen sinken massiv, sondern auch die Verbraucher geben erstmals seit Jahren weniger aus", erlÀutert Frank Mackenroth, Partner und Leiter der Branchengruppe Entertainment & Media bei PwC. Ein klares Wachstum der Medienindustrie erwarten die Experten erst wieder ab 2011.
Quelle: Börsenblatt online
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